Interpol baut Big-Data-System Insight für „vorhersagende Analysen“/INTERPOL’s secure, intelligent platform for enhanced criminal analysis

Interpol entwickelt eine Plattform, um riesige Datenmengen aus mehreren Quellen wie Social Media in unterschiedlichen Formaten effizient verarbeiten zu können.

Interpol will Straftaten künftig möglichst schon erkennen, bevor sie passieren. Die internationale Polizeiorganisation arbeitet dafür nach eigenen Angaben an einer „sicheren, intelligenten und skalierbaren“ Big-Data-Plattform. Sie soll es erlauben, „riesige Datenmengen aus mehreren Quellen“ wie dem Internet allgemein und sozialen Medien insbesondere „in unterschiedlichen Formaten schnell und effizient“ zu verarbeiten. Dazu gehören „Datenbanken und Analysedateien, Bekanntmachungen und Mitteilungen, Freitextinformationen, Polizeiberichte, Bilder und Videos“. Final soll das System „fortgeschrittene und vorhersagende Analysen“ ermöglichen, also auch künftige Ereignisse vorausahnen können.

Das „Insight“ getaufte Projekt werde Kriminalisten durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) und maschinellem Lernen dazu befähigen, „versteckte Zusammenhänge, Kriminalitätsmuster und Trends schneller zu erkennen“, verspricht Interpol. So könne man den Mitgliedsländern aktuelle und verwertbare Informationen zur Verfügung stellen, „die ihre Ermittlungen vorantreiben, interessante Themen kennzeichnen, Vorgehensweisen offenlegen und weltweit eine stärkere polizeiliche Zusammenarbeit fördern“. Dabei sollen auch Fähigkeiten etwa zur Verarbeitung natürlicher Sprache, Gesichts- und Objekterkennung sowie -abgleich und Prozessautomatisierung verwendet werden, „um die ständig wachsenden Mengen und Arten von Daten zu bewältigen, die bei heutigen Ermittlungen der Strafverfolgungsbehörden anfallen“.

Laut dem Verein zur Stärkung der Zusammenarbeit nationaler Polizeibehörden handelt es sich bei Insight um ein „groß angelegtes, komplexes“ Vorhaben mit mehreren Phasen. In der ersten Phase sollte eine „minimal funktionsfähige Plattform“ bereits 2021 starten und interne Daten von Interpol besser auswerten, etwa durch Objektidentifizierung, Übersetzung sowie Netzwerk- und Standortanalysen. 2018 verfügte die Organisation über 91 Millionen Datensätze, Ende 2022 waren es bereits 125 Millionen – ein Anstieg von über 37 Prozent. Allein über das 80-Millionen-Euro-Projekt I-Core zur Digitalisierung von Polizeiakten dürften in den nächsten Jahren noch viel mehr Daten dazukommen.

In der zweiten, bis 2023 laufenden Phase soll die Plattform mit „zusätzlichen Datenquellen und -typen“ angefüttert werden. Auf der abschließenden, von 2024 bis 2026 angesetzten dritten Stufe ist vorgesehen, dass das System alle internen sowie externen Quellen inklusive kommerzieller Datenbanken einschließen und auswerten kann. Im Oktober 2022 berichtete Interpol-Generalsekretär Jürgen Stock auf der Vollversammlung der Organisation in Indien, dass Insight inzwischen genutzt werden könne, um „die operativen Maßnahmen unserer Behörden zu unterstützen“. Entscheidend seien innovative Ansätze wie neue biometrische Abgleichfunktionen, eine hauseigene Messaging-App und die Nutzung „der Kraft der Künstlichen Intelligenz“.

Die Entwicklung der Plattform wird laut der britischen Bürgerrechtsorganisation Statewatch unter anderem vom Büro zur Terrorismusbekämpfung des US-Außenministeriums mit 12,5 Millionen US-Dollar finanziert. Nach Angaben der US-Regierung stammen weitere 2,1 Millionen US-Dollar aus unspezifizierten „nicht-bundesstaatlichen Mitteln“. In einem Video erklärte Interpol 2020, dass das Geld aus den USA nur für Phase 1 reiche. Beobachter schätzen, dass für Fortschritte noch einmal mehrere zehn Millionen US-Dollar nötig sind. Forscher und zivilgesellschaftliche Initiativen wie Statewatch rügten schon mehrfach, dass Interpol den Missbrauch seines Alarmsystems und anderer Fahndungsdatenbanken durch Staaten, die Dissidenten im Ausland verfolgen, nicht verhindert habe. Insight dürfte solche Kritik noch verstärken. Das EU-Parlament drängt parallel darauf, mit der geplanten KI-Verordnung ein Verbot von „Predictive Policing“ zu verankern.

Quelle: https://www.heise.de/news/Ueberwachung-Interpol-baut-Big-Data-System-Insight-fuer-vorhersagende-Analysen-9314830.html


NTERPOLs sichere, intelligente Plattform für eine verbesserte Kriminalanalyse

Daten stehen im Mittelpunkt der internationalen Polizeiarbeit. Wenn sich die richtigen Daten in den richtigen Händen befinden, können sie den Strafverfolgungsbehörden ein umfassendes globales Bild der Kriminalitätstrends liefern und so aufkommende Straftaten wirksamer bekämpfen.

Doch in unserer zunehmend digitalen Gesellschaft kann die ständig wachsende Menge an verfügbaren Daten überwältigend sein.

Zeitnahe, umsetzbare Informationen

Project INSIGHT implementiert eine sichere, intelligente und skalierbare Plattform, die sich den Herausforderungen von Big Data stellt.

Es wird es INTERPOL ermöglichen, große Datenmengen aus mehreren Quellen und in verschiedenen Formaten schnell und effizient zu sammeln, zu speichern, zu verarbeiten, zu analysieren und zu interpretieren. Dazu gehören Datenbanken und Analysedateien, Bekanntmachungen und Verbreitungen, Freitextinformationen, Polizeiberichte, Bilder und Videos.

Durch den Einsatz von künstlicher Intelligenz und maschinellem Lernen wird INSIGHT es den Kriminalanalytikern von INTERPOL ermöglichen, versteckte Zusammenhänge, Kriminalitätsmuster und Trends schneller zu erkennen.

Dies bedeutet, dass sie den Mitgliedsländern zeitnahe und verwertbare Informationen zur Verfügung stellen können, die ihre Ermittlungen vorantreiben, interessante Themen kennzeichnen, Vorgehensweisen offenlegen und weltweit eine stärkere polizeiliche Zusammenarbeit fördern.

Die INSIGHT-Plattform wird ihren Nutzern leistungsstarke Tools zur Generierung und Verbreitung fortschrittlicher Analyseprodukte zur Unterstützung von Untersuchungen und Entscheidungsfindung zur Verfügung stellen.

Es wird modernste Analytik mit künstlicher Intelligenz, Verarbeitung natürlicher Sprache, Entitätserkennung und -abgleich, maschinellem Lernen und Prozessautomatisierung nutzen, um die ständig wachsenden Mengen und Arten von Daten zu bewältigen, die bei heutigen Strafverfolgungsermittlungen anfallen.

Es wird jederzeit verantwortungsbewusst und im Rahmen der Regeln, Richtlinien und Richtlinien von INTERPOL zur Datennutzung handeln.

Stufenweise Einführung

Die Umsetzung dieses komplexen Großprojekts erfolgt in mehreren Etappen.

Phase Eins (minimum lebensfähige Plattform) – 2021

Die erste Phase der Entwicklung der INSIGHT-Plattform wurde im Juni 2020 mit einem erweiterten Niveau an verbundenen Datenquellen, Ergebnissen und Erkenntnissen gestartet.

  • Datenquellen – alle vorrangigen internen INTERPOL-Datenquellen;
  • INSIGHT-Tools und -Techniken – Entitätsidentifizierung und -extraktion, Übersetzung, Netzwerk- und geografische Analyse;
  • Ausgabe – verbesserte operative und strategische Analyse.

Phase Zwei (erweiterte Plattform) – 2022–2023

In der zweiten Entwicklungsphase der INSIGHT-Plattform werden Umfang und Funktionalitäten erweitert, um den Mitgliedsländern tiefergehende Analysen zu ermöglichen.

  • Datenquellen – zusätzliche Quellen und Datentypen
  • INSIGHT-Tools und -Techniken – Nutzung größerer und komplexerer Datensätze, Erweiterung von Features und Funktionalitäten durch Integration noch modernerer Technologien
  • Ausgabe – erweiterte Analyse.

Phase Drei (Zielplattform) – 2024–2026

In der Endphase wird die Plattform ihre volle Leistungsfähigkeit erreichen und alle internen und relevanten externen Datenquellen sowie fortschrittlichen Technologien einbeziehen, um die höchstmögliche Qualität analytischer Produkte anzubieten.

  • Datenquellen – alle internen Quellen, externe Quellen wie kommerzielle Datenbanken usw.
  • INSIGHT-Tools und -Techniken – visuelle, Video-, Audioerkennung, Gesichts- und Biodatenabgleich; Kontinuierliche Verbesserung der implementierten modernen Technologien.
  • Ausgabe – erweiterte und prädiktive Analysen.

Letztlich bedeutet die neue INSIGHT-Plattform, dass INTERPOL seinen Mitgliedsländern die beste Unterstützung bei ihren Ermittlungen in einer Welt bieten kann, in der organisierte kriminelle Netzwerke Grenzen überschreiten, die physisch-digitale Kluft überbrücken und fortschrittliche Technologien nutzen, um ihre Aktivitäten sowohl zu fördern als auch zu verbergen.

Quelle: https://www.interpol.int/How-we-work/Criminal-intelligence-analysis2/INSIGHT



AI Act auf der Zielgeraden (21.09.2023)

Nach langer Arbeit geht der AI Act jetzt in die Verhandlungen der drei EU-Institutionen über das fertige Gesetz – und damit auf die Zielgerade. Zum Ende des Jahres oder Anfang kommenden Jahres erwartet man eine Einigung. Die Spanische Ratspräsidentschaft möchte das Mammutprojekt unbedingt zum Abschluss bringen. Die Regeln der Verordnung würden dann zwei Jahre später greifen.

EU Gesetzvorschlag: Handeln Sie jetzt, um Kinder im Internet zu schützen – Unterschreibe die Petition

Christian Dauck Zunächst möchten wir einen großen Meilenstein verkünden: Letzten Freitag haben wir über 400.000 Unterschriften (Über 470.000 Stand heute) für unsere Petition erreicht! Wir könnten nicht dankbarer für Ihre kontinuierliche Unterstützung sein, das Internet für Kinder sicher zu machen.

Noch 12 Tage!


Kampfabstimmung der EU-Staaten erwartet

Abstimmung des EU-Rats über dessen Position

Am 28. September wollen die EU Justiz- und Innenminister ihre finale Position verabschieden.

„Leider erfüllt auch der aktuelle Kompromisstext nicht die von uns angeregten Änderungen.“ Deutschland wird „dem aktuellen Kompromisstext nicht zustimmen können“. Die Bundesregierung bittet deshalb, die geplante Abstimmung am 28. September zu verschieben. Polen, Niederlande und Österreich unterstützen den deutschen Antrag auf Verschiebung.

Hinauszögern nicht sachgerecht

13 Staaten und die Kommission lehnen eine Verschiebung ab. Irland sagt, man kann „es niemals allen zu 100 Prozent recht machen“. Die spanische Ratspräsidentschaft meint, „man habe bereits lange diskutiert und gute Fortschritte erzielt“. Die Justiz- und Innenminister sollen das Gesetz am 28. September beschließen. „Ein Hinauszögern der Abstimmung sei nicht sachgerecht.“

Abstimmungsverhalten der Bundesregierung unklar

Noch ist unklar, wie sich die Bundesregierung bei der Abstimmung verhalten wird – sie drängte im Rat auf Verschiebung der Abstimmung, was aber von den anderen Ländern abgelehnt wurde.


Wir müssen von einem freiwilligen System zur Erkennung, Meldung und Entfernung von Material über sexuellen Missbrauch zu einem verpflichtenden System übergehen. So wie vertrauen in Automatisierte Verfahren (Künstliche Intelligenz – KI) zur Strafverfolgung schaffen.

Christian Dauck

Chance nutzen um das Internet zu einem besseren Ort zu machen – Unterschreibe die Petition

Handeln Sie jetzt, um Kinder im Internet zu schützen!

Uns läuft die Zeit davon. Unsere Politiker:innen müssen endlich handeln, damit der Kindesmissbrauch im Internet gestoppt wird. Es dauert nur wenige Sekunden, die Petition zu unterzeichnen. Diese Petition fordert ein Internet, das #safeforkids ist.

Wir von der Justice Initiative haben die tiefgreifenden Folgen gesehen, die sexuelle Gewalt und Missbrauch auf das Leben von Kindern haben. Im Internet ist die Situation alarmierend: Immer mehr Bilder von sexueller Gewalt an Kindern kursieren im Netz. Deshalb fordern wir, dass die Europäische Union für eine Gesetzesvorlage stimmt, die den sexuellen Missbrauch von Kindern im Internet bekämpft und verhindert. Wenn wir jetzt nicht handeln, ist es zu spät.

Unsere politischen Forderungen:

Durch das Unterzeichnen der Petition unterstützen Sie den aktuellen EU-Gesetzesvorschlag zur Prävention und Bekämpfung von sexualisierter Gewalt an Kindern. Zu der Gesetzesänderung gehören folgende Maßnahmen:

  • Die Verpflichtung der Anbieter:innen von Online-Diensten, einschließlich sozialer Medienplattformen, Material über sexuellen Kindesmissbrauch in ihren Diensten aufzudecken, zu melden und zu entfernen.
  • Die Stärkung des Kampfes gegen sexuelle Gewalt an Kindern in der gesamten Europäischen Union.
  • Die Sicherstellung der notwendigen Unterstützung sowie die Förderung von Gerechtigkeit für die Opfer und Überlebenden von sexueller Gewalt.

Quelle: https://justice-initiative.eu/de/petition/