Warum Einrichtungen der Agentur für Arbeit zur Teilhabe am Arbeitsleben meinen Bildungsanspruch und meine Teilhabe am Arbeitsleben nicht erfüllen
Einrichtungen und Maßnahmen zur Teilhabe am Arbeitsleben haben sich für meinen persönlichen und fachlichen Entwicklungsweg als ungeeignet erwiesen. Sie eröffnen mir weder realistische Bildungs- noch Entwicklungsperspektiven und bleiben deutlich hinter meinem Bildungs- und Anspruchsniveau zurück. Meine Erfahrungen erstrecken sich über unterschiedliche institutionelle Kontexte – von der Kinder- und Jugendhilfe über die Eingliederungshilfe bis hin zu Maßnahmen der Teilhabe am Arbeitsleben.
So war ich bei Kompass 98 in Eckernförde im Rahmen eines heilpädagogischen Angebots des Heilpädagogiums an der Ostsee in der Kinder- und Jugendhilfe unter Zuständigkeit des Jugendamtes Hamburg untergebracht. Dieses Setting war primär auf pädagogische Stabilisierung und Betreuung ausgerichtet, nicht jedoch auf die Förderung individueller Bildungsinteressen oder intellektueller Entwicklung über ein niedrigschwelliges Niveau hinaus.
Bei der Stiftung Alsterdorf in Hamburg erfolgte die Betreuung im Rahmen der Eingliederungshilfe (Sozialamt) unter Zuständigkeit des Sozialamtes Hamburg. Auch dort zeigte sich, dass die vorhandenen Strukturen nicht darauf ausgelegt waren, meinem analytischen Denken, meinem fachlichen Anspruch oder meinen wissenschaftlich-technischen Interessen gerecht zu werden.
Im Kreis Herzogtum Lauenburg betrafen meine Erfahrungen insbesondere das Lebenshilfewerk (LHW) Schwarzenbek sowie Die Brücke Schleswig-Holstein, die im Rahmen von Maßnahmen zur Teilhabe am Arbeitsleben agieren. Diese Angebote sind überwiegend auf standardisierte, niedrigschwellige Tätigkeiten ausgerichtet und orientieren sich an einem vereinfachten Anforderungsprofil. Individuelle Bildungs- und Entwicklungsperspektiven bleiben dabei weitgehend unberücksichtigt.
In der Praxis dominieren Tätigkeiten wie Hauswirtschaft, einfache Montage- oder Verpackungsarbeiten. Für Menschen, die sich fachlich weiterentwickeln, komplexe Inhalte verstehen oder wissenschaftlich-technische Interessen verfolgen möchten, existieren innerhalb dieser Strukturen keine realistischen Entwicklungspfade.
Während ich mich privat eigenständig mit komplexen Zukunftsfragen befasse, strategische Konzepte erarbeite und Behörden wie das Bundesinnenministerium, die Bundesregierung oder Institutionen der Europäischen Union anschreibe – teils auch auf internationaler Ebene –, beschränkten sich die Angebote dieser Einrichtungen auf Tätigkeiten, die weder geistig forderten noch förderten. Das gesamte Setting ist auf Routine, Wiederholung und geringe Anforderungen ausgerichtet. Was als Schutzraum konzipiert ist, wirkt für ambitionierte Menschen entwicklungshemmend und verdeutlicht, wie schwer es in Deutschland ist, für Menschen mit hohem Bildungsanspruch und besonderen Interessen angemessene Teilhabeformen zu finden.
Besonders belastend war, dass ich dauerhaft an Maßstäben gemessen wurde, die nichts mit meinen eigenen Zielen, Fähigkeiten oder Potenzialen zu tun hatten. Als Vergleichsrahmen dienten überwiegend andere Teilnehmende, die mit komplexen Sachverhalten, gesellschaftlicher Verantwortung oder dem allgemeinen Arbeitsmarkt überfordert sind. Anstatt individuelle Förderung zu ermöglichen, wurden meine Ziele relativiert oder mit den Grenzen anderer begründet. Eigene Ambitionen galten als unrealistisch oder unangemessen.
Dass ich mich nicht dauerhaft in diesen abgeschlossenen Strukturen einrichten wollte, stieß vielfach auf Unverständnis.
Mein eigener Weg statt Stillstand im System
Ich habe Einrichtungen der WfbM sowie Maßnahmen der Eingliederungshilfe (Sozialamt) verlassen, weil sie mir weder Bildung noch berufliche Entwicklung noch eine sinnvolle Förderung boten. Statt Perspektiven wurde mir ein dauerhafter Verbleib in Tätigkeiten nahegelegt, die mich massiv unterforderten und meine Entwicklung eher behinderten als unterstützten.
Ich wollte mehr – und musste meinen eigenen Weg gehen. Meinen Hauptschulabschluss (ESA) habe ich eigenständig und erfolgreich nachgeholt. Die einzigen Menschen, die mich dabei kontinuierlich unterstützt haben, waren meine Pflegeeltern, die ich mir über Jahre hinweg ohne Hilfe von Behörden oder der Eingliederungshilfe selbst suchen musste und die bis heute meine zentralen familiären Bezugspersonen sind.
Die damaligen Einrichtungen waren geprägt von einem abgeschlossenen Umfeld, in dem viele Teilnehmende keine Weiterentwicklung anstreben und dauerhaft im Schonraum verbleiben. Für Menschen mit eigenen Zielen, Neugier, analytischem Denken und einem hohen Anspruch an sich selbst ist ein solches Umfeld nicht förderlich, sondern belastend. Es steht im direkten Widerspruch zu meinem Denken, meinen Interessen und meinem Entwicklungswillen.
Meine fachlichen Stärken
Heute verfüge ich über:
- einen sicheren Umgang mit dem PC,
- ein solides Grundverständnis der Informationstechnologie,
- autodidaktisch erworbenes Wissen in Astrobiologie und moderner Technologie,
- sowie die Fähigkeit, mich selbstständig, strukturiert und tiefgehend in komplexe Themen einzuarbeiten.
Diese Kompetenzen habe ich nicht durch Maßnahmen der Teilhabe am Arbeitsleben oder der Eingliederungshilfe erlangt, sondern trotz dieser Strukturen – ausschließlich durch Eigenmotivation, Ausdauer und konsequentes autodidaktisches Lernen.
Mein Zukunftsprojekt – Deutschland und Europa 4.0
(persönliches Interesse und Motivation)
In meiner Freizeit arbeite ich intensiv an meinem Zukunftsprojekt
„Deutschland und Europa 4.0 – KI und Quantencomputing für moderne Sicherheit, Zukunftstechnologien und Astrobiologie“.
Im Mittelpunkt steht eine europäische Zukunftsarchitektur, in der künstliche Intelligenz, Quantencomputing, Sicherheits- und Verteidigungsforschung sowie Astrobiologie und Weltraumwissenschaft gemeinsam gedacht und weiterentwickelt werden.
Ich verfasse hierzu eigenständig Texte, Analysen und Zukunftsszenarien – unter anderem zu europäischer Sicherheit, Grenzkontrollen der Zukunft, KI-gestützter Gefahrenabwehr, Astrobiologie und Marsforschung. Diese Arbeiten verdeutlichen, wie tiefgehend ich mich mit komplexen wissenschaftlichen und technologischen Fragestellungen auseinandersetze und wie ausgeprägt mein fachliches Interesse ist.
Institutionelle Hürden und gesellschaftliche Teilhabe
Unabhängig von aktuellen politischen Debatten zeigen sich seit Jahren erhebliche strukturelle Defizite bei der Teilhabe am Arbeitsleben für Menschen mit Behinderungen oder im Autismus-Spektrum. Standardisierte Testverfahren und starre Kompetenzraster der Bundesagentur für Arbeit erfassen individuelle Potenziale nur unzureichend und führen regelmäßig zu Fehleinschätzungen.
Menschen mit hohen fachlichen Interessen finden sich dadurch in Maßnahmen wieder, die weit unter ihrem tatsächlichen Leistungs- und Bildungsniveau liegen. Gleichzeitig bestehen deutliche Widersprüche im Sozialsystem: Während Bezieher von Bürgergeld teils öffentlich Distanz zur Arbeitsgesellschaft artikulieren, stehen Menschen mit voller Erwerbsminderung, die trotz gesundheitlicher Einschränkungen anspruchsvolle Tätigkeiten ausüben, finanziell häufig schlechter da.
Ebenso paradox ist der Zugang zum Arbeitsmarkt organisiert. Bewerbungen für einfache Tätigkeiten im Einzelhandel oder der Abfallwirtschaft scheitern häufig an formalen Hürden, während hochkomplexe Aufgaben in Labor- oder Analysekontexten erfolgreich bewältigt werden. Autodidaktisch erworbene Fachkompetenzen in IT, Astrobiologie oder Marsforschung finden in den starren Bewertungslogiken von Behörden und Unternehmen kaum Anerkennung.
Eine künftige politische und institutionelle Neuausrichtung wird klären müssen, wie diese Barrieren abgebaut werden können, um Potenziale jenseits normierter Schemata tatsächlich zu erkennen und wirksam zu fördern.