Biometrie und Künstliche Intelligenz: Hamburger Polizei will KI mit Videos von Passanten trainieren

Ab dem 1. September will die Hamburger Polizei eine Künstliche Intelligenz (KI) mit Videos von Passanten an zwei öffentlichen Orten trainieren. Manche dieser Aufnahmen sollen monatelang gespeichert werden – das hat die Polizei jetzt bestätigt.

Das neue polizeiliche KI-Überwachungssystem soll Gewalttaten schneller erkennen. Dafür muss es beispielsweise Faustschläge von normalen Armbewegungen unterscheiden können.

Aufzeichnungen von Hansaplatz und Hachmannplatz

Das lernt die KI laut der Polizei aber nur mithilfe von Aufzeichnungen echter Menschen. Die sollen von den Kameras am Hansaplatz und Hachmannplatz kommen. Jetzt hat die Polizei NDR 90,3 auf Anfrage mitgeteilt, dass die KI ab Anfang September mit den Aufnahmen gefüttert werden soll.

Aufnahme nicht rund um die Uhr

Nach Angaben der Polizei werden die Aufnahmen dann jeweils montags bis donnerstags von 15 Uhr bis 6 Uhr am folgenden Morgen gemacht, außerdem freitags bis sonntags von 9 Uhr morgens bis 6 Uhr am Folgetag.

An beiden Plätzen hängen bereits Schilder, die klarstellen, dass dort Videobeobachtung stattfindet. Diese sollen nicht geändert werden. Wer möchte, dass seine oder ihre Aufnahmen nicht zum KI-Training verwendet werden, muss die Plätze zu den Aufnahmezeiten meiden.

Teilweise lange Speicherung der Aufzeichnungen

Außerdem bestätigte ein Sprecher, dass einige Aufnahmen bis Ende August nächsten Jahres gespeichert werden könnten. Es handele sich dabei aber um „wenige geeignete Daten oder Videosequenzen“.

Auch der Hamburgische Datenschutzbeauftragte Thomas Fuchs hatte die Polizei nach der Speicherdauer gefragt und wer Zugriff auf die Bilder hat. Bislang hat er keine Antworten erhalten. Laut der Behörde geht er davon aus, dass das Training nicht startet, bevor diese Fragen geklärt sind.

Quelle: https://www.ndr.de/nachrichten/hamburg/polizei-hamburg-will-ki-mit-videos-von-passantentrainieren,kameraueberwachung-102.html