Tianwen 3: Chinas historische Marsmission und ihre Bedeutung für die Astrobiologie/Physischer Brief


Mit der geplanten Marsproben-Rückführungsmission Tianwen-3 bereitet sich die Volksrepublik China darauf vor, ein wissenschaftliches Vorhaben von historischem Ausmaß zu realisieren. Der Start ist für um das Jahr 2028 vorgesehen – und könnte die erste erfolgreiche Rückführung authentischer Marsproben zur Erde werden.
Für die internationale Gemeinschaft der Astrobiologie und Planetologie wäre das ein epochaler Durchbruch: Die direkte Untersuchung von Marsgestein auf der Erde könnte erstmals eine klare Antwort auf eine der ältesten Fragen der Menschheit liefern – gab oder gibt es Leben außerhalb der Erde?


Die jüngsten Entdeckungen der NASA-Rover Perseverance und Curiosity haben die Diskussion über potenzielles früheres Leben auf dem Mars neu entfacht. Im Jezero-Krater, einem ehemaligen Flussdelta, fand Perseverance helle, tonmineralreiche Schichten – Sedimente, die einst in Kontakt mit flüssigem Wasser standen und als hochgradig präservativ für mögliche Biosignaturen gelten. In der dort entnommenen Probe „Sapphire Canyon“ entdeckten Forschende Strukturen, die auf frühere mikrobiologische Aktivität hinweisen könnten.

Auch der Rover Curiosity, der seit Jahren im Gale-Krater aktiv ist, liefert Indizien für habitables Umfeld auf dem frühen Mars. Besonders bemerkenswert sind:

  • Organische Moleküle: Curiosity fand die Bausteine des Lebens – Kohlenstoff, Stickstoff, Schwefel und Sauerstoff – sowie komplexere organische Verbindungen, ähnlich denen, die bei der Zersetzung von Fettsäuren entstehen.
  • Methanschwankungen: Wiederkehrende Methanwerte in der Marsatmosphäre könnten – ähnlich wie auf der Erde – biologischen Ursprungs sein, auch wenn geochemische Erklärungen möglich sind.
  • Sedimentstrukturen: Schichtgesteine und ehemalige Flussablagerungen erinnern stark an jene Formationen, die auf der jungen Erde Lebensräume bildeten.

Diese Erkenntnisse verdeutlichen: Der Mars war einst möglicherweise lebensfreundlich – und könnte biologische Spuren aus dieser Frühzeit bis heute konserviert haben.


So leistungsfähig die Instrumente der Rover auch sind – sie können keine abschließenden biochemischen oder isotopenanalytischen Untersuchungen durchführen. Nur die Rückführung von Marsmaterial zur Erde ermöglicht es, organische Rückstände, Isotopenverhältnisse und mikroskopische Strukturen mit höchster Präzision zu analysieren. Erst in irdischen Laboren lässt sich zweifelsfrei unterscheiden, ob bestimmte Spuren biologischen oder rein chemischen Ursprungs sind.


Mit Tianwen-3 hat China die historische Gelegenheit, als erste Nation der Welt Marsproben zur Erde zu bringen – und damit einen entscheidenden Beitrag zur planetaren Wissenschaft zu leisten. Ein erfolgreicher Abschluss dieser Mission wäre nicht nur ein technologisches Meisterwerk, sondern auch ein wissenschaftlicher Triumph mit globaler Bedeutung. Er würde Chinas Rolle als führende Nation in der Raumfahrt und Astrobiologie festigen – besonders in einer Phase, in der das US-amerikanische Mars Sample Return-Programm mit Verzögerungen zu kämpfen hat.


Um das Potenzial von Tianwen-3 voll auszuschöpfen, sollten laut wissenschaftlicher Einschätzung folgende Punkte berücksichtigt werden:

  1. Astrobiologische Fokussierung:
    Proben sollten vorrangig aus feinkörnigen, tonmineralhaltigen Sedimenten in ehemaligen Flussdeltas oder Seenbecken stammen – dort ist die Chance auf konservierte Biosignaturen am größten.
  2. Internationale Kooperation:
    Eine enge Zusammenarbeit mit führenden Laboren und Forschungseinrichtungen weltweit – insbesondere in Europa und Deutschland – könnte die wissenschaftliche Tiefe und Glaubwürdigkeit der Analysen erhöhen.
  3. Strenge planetare Schutzprotokolle:
    Höchste Sterilitätsstandards bei Entnahme, Versiegelung, Transport und Analyse sind unverzichtbar, um jede Form von Verunreinigung (forward und back contamination) auszuschließen.

Tianwen-3 steht sinnbildlich für die neue Ära internationaler planetarer Forschung.
Sollte die Mission erfolgreich verlaufen, wäre sie ein Schlüssel zur endgültigen Beantwortung der Frage nach vergangenem Leben auf dem Mars – und würde zugleich wertvolle Einblicke in die Frühgeschichte der Erde liefern.

China zeigt damit strategische Weitsicht und wissenschaftliche Entschlossenheit.
Diese Mission könnte den Beginn eines neuen Kapitels der Menschheitsgeschichte markieren – eines Kapitels, in dem Wissen, Technologie und Zusammenarbeit den Blick der Menschheit über die Erde hinaus erweitern.


Verfasser: Christian Dauck, Deutschland/Europa
Datum: 22. Oktober 2025


Sehr geehrte Damen und Herren, als an Astrobiologie und planetarer Forschung interessierter Bürger und Beobachter internationaler Raumfahrtaktivitäten möchte ich Ihnen hiermit meine wissenschaftlich fundierte Stellungnahme zur geplanten chinesischen Marsproben-Rückführungsmission Tianwen-3 übermitteln. Deutsche Version aus dem, Englischen Physischer Brief an China:


„Stadtbild“: Politische Nebenschauplätze statt Zukunftsfragen

In Deutschland diskutieren Politiker tagelang über eine Aussage von Friedrich Merz zum sogenannten „Stadtbild“. Am Sonntag demonstrierten laut Polizei rund 1.800 Menschen in Berlin dagegen – und die Medien schlachteten jede Wendung aus. Anstatt sich mit den tatsächlichen Herausforderungen des Landes zu befassen.

Währenddessen bleiben die zentralen Herausforderungen unserer Zeit weitgehend unbeachtet: Sicherheit, Migration, Digitalisierung, wirtschaftliche Stabilität – und die Frage, wie Europa im globalen Wettbewerb technologisch bestehen will.


Anstatt pragmatische Lösungen zu entwickeln, verlieren sich politische Entscheidungsträger in symbolischen Debatten und Nebensächlichkeit, die weder das Land sicherer noch moderner machen. Was eigentlich in ein Vier-Augen-Gespräch gehört, wird öffentlich inszeniert sowie unnötig in den Bundestag getragen – als ginge es um das nächste Schlagwort, nicht um Zukunftspolitik.

Wer monatlich mehrere Tausend Euro Abgeordnetengehalt bezieht, sollte die Prioritäten klarer setzen. Politik darf sich nicht in Schlagzeilen erschöpfen, sondern muss Richtung geben – und endlich aufhören, Probleme nur zu verwalten.


Während in anderen Ländern längst ernsthaft über den Einsatz von Künstlicher Intelligenz, Biometrie und Datenanalyse im Sicherheitsbereich diskutiert wird, verlieren wir in Deutschland und Europa wertvolle Zeit.

Gleichzeitig rutschen wir wirtschaftlich in eine Phase der Unsicherheit und drohenden Rezession. Anstatt Potenziale verantwortungsvoll zu nutzen, blockiert man sich gegenseitig mit ideologischen Debatten. Das ist nicht Fortschritt – das ist Stillstand.

Europa 4.0 bedeutet, Sicherheit, Technologie und Rechtsstaat in Einklang zu bringen – für mehr Sicherheit, Freiheit, Recht und Humanität. Doch solange politische Aufmerksamkeit auf Nebenschauplätzen vergeudet wird, bleibt dieses Ziel in weiter Ferne.


Deutschland diskutiert über Worte – während andere längst an Lösungen arbeiten. Belanglose Vier-Augen-Gespräche wie zum Beispiel über die Aussage von Friedrich Merz zum sogenannten „Stadtbild“, sollten nicht in die Öffentlichkeit getragen werden. Offenbar gibt es für einige Parteien keine größeren Herausforderungen im Land – sonst fänden sie kaum Zeit für solche Debatten, die den politischen Betrieb stören und das Land lähmen.
Offenbar haben wir in diesem Land keine größeren Probleme.
So scheint es zumindest.

Potenzial für zukünftige Technologien: KI und Gesichtserkennung retten Mädchen aus dem Kriminalitätssumpf

Bordelle, Drogen, Obdachlosigkeit – das Frankfurter Bahnhofsviertel gilt als Brennpunkt der Kriminalität. Doch inmitten dieses schwierigen Umfelds zeigt ein aktueller Fall, welches enorme Potenzial moderne Technologien bieten:

Eine Künstliche Intelligenz (KI), kombiniert mit Gesichtserkennungssystemen, konnte ein vermisstes Mädchen identifizieren und so aus einem gefährlichen Milieu befreien.


Dieser Fall verdeutlicht, wie Biometrie und KI nicht nur bei der Suche nach Vermissten, Entführten oder Opfern von Menschenhandel, sondern auch bei der Bekämpfung schwerer Kriminalität und Terrorismus neue Chancen eröffnen.

Man stelle sich vor, solche Systeme würden bundesweit an Bahnhöfen eingesetzt – oder KI-gestützte Gesichtserkennung würde zusätzlich öffentliche Internetdaten auswerten, um Hinweise auf Straftaten zu erkennen. Das Sicherheitsniveau könnte dadurch erheblich steigen und neue Einsatzfelder in der Strafverfolgung und der inneren Sicherheit eröffnen.

In Zukunft könnten Polizeipräsidenten und Richter zudem durch automatisierte KI-Anfragen schneller über Eilanordnungen informiert werden – Entscheidungen ließen sich so effizienter treffen und Leben schneller schützen.

Dieser Fall zeigt eindrucksvoll:
Wenn Mensch und Maschine zusammenarbeiten, kann Technologie Leben retten – und unsere Gesellschaft sicherer machen.


Zukünftige Entwicklungen in der KI- und Gesichtserkennungstechnologie sowie Fortschritte in der Gehirnwellen-Biometrie (neuronale Biometrie) bieten dabei ein enormes Potenzial.

In solchen Systemen könnten nicht nur Gesichter erkannt, sondern auch emotionale Zustände, Stress oder Risikoverhalten analysiert werden – eine neue Form der intelligenten Risikoanalyse, die Strafverfolgung, Gefahrenabwehr und Schutzmaßnahmen in Zukunft noch präziser unterstützen könnte.

Künstliche Intelligenz lokalisiert vermisstes Mädchen im Frankfurter Bahnhofsviertel

Ein Erfolg moderner Polizeiarbeit – dank intelligenter Videoanalyse

16. Oktober 2025

Ein 16-jähriges Mädchen, das seit dem 8. Oktober als vermisst galt, konnte im Frankfurter Bahnhofsviertel mithilfe von Künstlicher Intelligenz (KI) und Videoüberwachung wiedergefunden werden. Der Fall zeigt eindrucksvoll, wie digitale Technologien in akuten Gefahrensituationen Leben schützen und Einsätze beschleunigen können – wenn sie verantwortungsvoll eingesetzt werden.


Die 16-Jährige war in einer psychiatrischen Einrichtung in Hessen untergebracht und kehrte nach einem Ausgang nicht mehr zurück. In ihrem Zimmer fand die Polizei einen Abschiedsbrief, weshalb von einem akuten psychischen Ausnahmezustand auszugehen war. Schnell verdichteten sich Hinweise, dass sich die Jugendliche im Bahnhofsviertel von Frankfurt aufhalten könnte – einem Ort, an dem sich Suchaktionen ohne technische Unterstützung oft als schwierig erweisen.


Seit Februar 2025 erlaubt eine Neuregelung im hessischen Polizeigesetz, Künstliche Intelligenz gezielt in Videoüberwachungssystemen einzusetzen – etwa zur Fahndung nach vermissten Personen. Da im vorliegenden Fall Gefahr im Verzug bestand, erließ der Polizeipräsident eine Eilanordnung, die anschließend richterlich bestätigt wurde.

So durfte ein Foto des Mädchens in das KI-System eingespeist werden. Die Software gleicht in Echtzeit Gesichtsdaten aus Überwachungskameras mit den gesuchten Personen ab und meldet mögliche Treffer an menschliche Operatoren.


Bereits am 9. Oktober, nur einen Tag nach der Vermisstenmeldung, meldete das System einen Treffer im Bereich der Taunusstraße. Ein Videooperator überprüfte den Hinweis und kam zu dem Schluss, dass es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um die Vermisste handelte. Eine Streife wurde entsandt, bestätigte die KI-Meldung und nahm das Mädchen wohlbehalten in Obhut. Anschließend wurde sie zurück in die psychiatrische Einrichtung gebracht.


Polizeipräsident Müller erklärte:

„Die KI-gestützte Videoanalyse kommt im Frankfurter Bahnhofsgebiet seit Juli dieses Jahres zum Einsatz. Der erste echte positive Treffer zeigt eindrucksvoll, wie uns auf Basis des neuen Polizeigesetzes modernste Technik zuverlässig und erfolgreich bei der Abwehr von Gefahren für Leib und Leben hilft.
Die letztendliche Entscheidung trifft immer der Mensch – so auch in diesem Fall. Ich bin sehr froh, dass wir das Mädchen auf diese Weise zügig finden konnten, um sie schnellstmöglich wieder ihrer dringend benötigten Hilfe zuzuführen.“


Der erfolgreiche Einsatz unterstreicht die zunehmende Bedeutung Künstlicher Intelligenz in der Gefahrenabwehr. Gleichzeitig zeigt der Fall, dass technologische Hilfsmittel niemals die menschliche Entscheidung ersetzen, sondern diese unterstützen. KI kann hier wertvolle Zeit sparen – insbesondere, wenn jede Minute zählt.

Solche Einsätze machen deutlich, dass Sicherheitsbehörden auf dem Weg zu einer digitalen, datenbasierten Einsatzstrategie sind. Entscheidend bleibt jedoch der verantwortungsvolle Umgang mit sensiblen Daten und der rechtlich abgesicherte Rahmen.


Die erfolgreiche Lokalisierung der Vermissten durch KI-basierte Videoanalyse im Frankfurter Bahnhofsviertel ist ein Meilenstein moderner Polizeiarbeit in Hessen. Sie zeigt, dass Innovation und Rechtsstaatlichkeit Hand in Hand gehen können – wenn Technologie zielgerichtet, transparent und menschlich kontrolliert eingesetzt wird.

Quelle: https://www.ffh.de/nachrichten/top-meldungen/447703-kuenstliche-intelligenz-lokalisiert-16-jaehrige-vermisste-im-bahnhofsvie.html

Erfolgreiche Fachveranstaltung: Künstliche Intelligenz bei der Polizei Brandenburg

15. Oktober 2025

Wie kann Künstliche Intelligenz (KI) die Polizeiarbeit unterstützen – und wo liegen ihre Grenzen?
Mit diesen zentralen Fragen beschäftigte sich die Fachveranstaltung des Bund Deutscher Kriminalbeamter (BDK) Brandenburg, die am 7. Oktober 2025 Vertreterinnen und Vertreter aus Polizei, Wissenschaft und IT-Branche zusammenbrachte. Im Mittelpunkt stand die Zukunft moderner Ermittlungsarbeit im Zeitalter digitaler Transformation.

Die Veranstaltung wurde von Katharina Iskandar (FAZ) souverän und charmant moderiert.


Nach der Begrüßung durch Landesvorsitzenden Christoph Wenzlaff richtete BDK-Bundesvorsitzender Dirk Peglow ein Grußwort an die Teilnehmenden. Er gab Einblicke in aktuelle Entwicklungen in Hessen, wo KI bereits praktisch erprobt wird – etwa bei der automatisierten Erstellung von Abschlussberichten oder der Unterstützung bei Beschlussanregungen für die Staatsanwaltschaft.

Peglow betonte, dass KI kein Selbstzweck, sondern ein Werkzeug sei, um die tägliche Polizeiarbeit effizienter und zielgerichteter zu gestalten.


Auch Polizeipräsident Oliver Stepien hob die Bedeutung der Technologie für die Zukunftsfähigkeit der Polizei Brandenburg hervor. KI könne helfen, den stetig wachsenden Anforderungen moderner Ermittlungsarbeit zu begegnen – von Cyberkriminalität über die Auswertung digitaler Beweismittel bis zur Analyse großer Datenmengen.

Zugleich wies Stepien darauf hin, dass die Polizei KI in drei Rollen begegne:
als Tatmittel, als Täter – und als Ermittler. Diese Entwicklung berge Chancen und Risiken zugleich. Innovation müsse daher immer im Einklang mit Verantwortung und Rechtsstaatlichkeit stehen.


Praxisbeispiele und Herausforderungen

Michael Scharf, Leiter des Behördenstabs im Polizeipräsidium Brandenburg, und Nadine Belger, KI-Beauftragte, stellten konkrete Einsatzszenarien vor: Transkriptionsprogramme, die Sprachnachrichten verschriften und übersetzen, oder Systeme zur Analyse großer Bilddatensätze, die derzeit beim Landeskriminalamt erprobt werden.

Beide warfen jedoch auch kritische Fragen auf:
Reichen die Haushaltsmittel? Gibt es genügend Fachkräfte? Und wie lässt sich das Spannungsfeld zwischen Sicherheit und Freiheit verantwortungsvoll gestalten?

Michael Scharf brachte es prägnant auf den Punkt:

„KI wird nicht den Polizeibeamten – und schon gar nicht den Kriminalisten – ersetzen.“


Prof. Dr. Dirk Labudde von der Hochschule Mittweida nahm die Teilnehmenden mit in die Welt der „KI als Ermittler“. Er zeigte anschaulich, wie maschinelles Lernen und automatisierte Analysen helfen können, komplexe Zusammenhänge schneller zu erkennen.

Gleichzeitig machte er deutlich, dass Künstliche Intelligenz kein Ersatz für kriminalistisches Denken ist, sondern ein Hilfsmittel zur Entlastung von Ermittlerinnen und Ermittlern.
Seine Warnung war ebenso klar wie zukunftsorientiert:

„Vor die Lage zu kommen werden wir nicht schaffen – wir brauchen andere Wege!“

KI könne dabei helfen, Muster frühzeitig zu erkennen, Zusammenhänge herzustellen und so wertvolle Zeit zu gewinnen – immer im Zusammenspiel mit menschlicher Erfahrung und Rechtsbewusstsein.


Marc Le Corre, Dozent für Cybercrime, warf einen Blick auf den rasant wachsenden KI-Markt: Rund zwei Millionen Modelle existieren mittlerweile. In einer eindrucksvollen Live-Demonstration zeigte er, wie ChatGPT gezielt genutzt – aber auch manipuliert werden kann.

Er warnte: Laut BKA sei mit einem Anstieg KI-gestützter Straftaten zu rechnen.

Louis Jarvers vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT) thematisierte schließlich die „neuen digitalen Realitäten“:
Wie lassen sich KI-generierte Fälschungen in Bildern und Videos erkennen?
Und wie verändern sie die Arbeit von OSINT-Ermittlern?

Sein Fazit:

„KI ist der Praktikant, dem man nicht blind vertrauen darf – und dem man erst recht nicht die Federführung überlassen sollte.“


Fazit: Wandel braucht Führung

In der abschließenden Podiumsdiskussion wurde eines deutlich: Die Arbeit der Polizei – insbesondere der Kriminalpolizei – wird immer komplexer.

Dirk Peglow formulierte es treffend:

„Wir bearbeiten Kriminalität von heute mit Methoden und Organisationsstrukturen aus den 90er Jahren. Da kann man Tools nutzen, wie man will.“

Doch genau hier liege auch eine große Chance: Veränderung ist möglich, wenn Führungskräfte sie gestalten und mittragen. Mut, Offenheit und der Wille zur Weiterentwicklung seien entscheidend, um moderne Technologien sinnvoll in die Polizeiarbeit zu integrieren.

Am Ende herrschte Einigkeit:
Nur wenn Kriminalität mit dem gleichen Innovationsgeist analysiert wird, mit dem sie sich verändert, kann wirksame Kriminalitätsbekämpfung gelingen.


Fazit in Kürze

  • KI ist Werkzeug, nicht Ersatz für Ermittler.
  • Verantwortungsbewusster Einsatz ist entscheidend.
  • Führung und Offenheit bestimmen den Erfolg digitaler Transformation.
  • Zusammenarbeit zwischen Technologie, Wissenschaft und Polizei ist der Schlüssel.

Quelle: https://www.bdk.de/der-bdk/was-wir-tun/aktuelles/erfolgreiche-fachveranstaltung-kuenstliche-intelligenz-bei-der-polizei-brandenburg

Neues EU-Einreisesystem (EES): Das Ende des analogen Zeitalters an der Grenze

Ein satter, mechanischer Klang. Der kurze, feste Druck, wenn der Stempel das Papier trifft und mit violetter Tinte den Übertritt in eine andere Welt besiegelt. Dieses Geräusch, dieser kleine Akt der Grenzüberschreitung, wird bald Geschichte sein. An seine Stelle tritt die sterile Stille eines Automaten, kühles Glas, auf das man seine Finger presst, und ein roter Lichtstrahl, der das Gesicht vermisst. Europa digitalisiert seine Grenzen – und der Frankfurter Flughafen steht in der ersten Reihe.

Was Brüssel in seiner typischen Prosa das „Entry/Exit-System“ (EES) nennt, ist in Wahrheit eine der tiefgreifendsten Veränderungen für das Reisen seit Einführung des Schengen-Abkommens 1985. Ab dem 12. Oktober endet die Ära des Passstempels für alle Reisenden, die nicht Bürger der Europäischen Union sind.

Die offizielle Begründung für diesen gewaltigen Aufwand ist, Identitätsbetrug zu erschweren und die Kontrolle über die Außengrenzen zu behalten. Doch die technische Realität geht weit darüber hinaus. Das System ist mehr als ein digitales Gästebuch. Es ist ein wachsames Auge, das bei jeder Einreise die Historie des Reisenden prüft und die verbleibenden Aufenthaltstage in Echtzeit berechnet.

Anders als der analoge Stempel übersieht es nichts: Die 90-Tage-Regel für den visumfreien Aufenthalt wird sekundengenau überwacht. Bei einer Überziehung warnt das System automatisch die nationalen Sicherheitsbehörden. Mehr noch: Die erfassten biometrischen Daten – vier Fingerabdrücke und ein Gesichtsbild – werden mit zahlreichen europäischen Sicherheits- und Fahndungsregistern sowie den Datenbanken von Interpol abgeglichen. Jede Einreise wird so zu einem umfassenden Sicherheitscheck.

Der Prozess selbst ist standardisiert: Am Automaten werden Pass, Finger und Gesicht gescannt. Doch der harte Schnitt bleibt aus. Brüssel hat eine sechsmonatige Übergangsphase vorgesehen, um ein Chaos zu vermeiden. Die gute Nachricht: Der gewohnte Stempel im Pass wird zunächst parallel weiter existieren, während das System schrittweise hochgefahren wird. Der Abschied vom alten Ritual wird also ein fließender sein.

Trotzdem wird die Umstellung für die Millionen von Geschäftsleuten und Touristen, die jährlich über Frankfurt nach Europa kommen, anfangs eine Geduldsprobe. Die Behörden rechnen mit Verzögerungen, denn der Erstkontakt mit dem System dauert länger als das routinierte Zücken des Passes.

Und das EES ist nur der Anfang. Als nächster Baustein steht bereits das European Travel Information and Authorisation System (ETIAS) in den Startlöchern, dessen Einführung für Ende 2026 erwartet wird. Ähnlich dem amerikanischen ESTA-Verfahren müssen sich dann alle visumfrei einreisenden Personen vor ihrer Reise online registrieren und eine Gebühr entrichten. Das digitale Schleppnetz wird engmaschiger, der Reisende gläserner. Und der satte Klang des Stempels verhallt endgültig in der stillen Unendlichkeit einer Datenbank.

Quelle: https://www.top-magazin-frankfurt.de/news/ees-einreisesystem-digitale-grenze-flughafen-frankfurt/

Bundespolizei: Modernisierung des Bundespolizeigesetzes aus dem analogen Zeitalter

Drohnenabwehr und Waffenkontrollen – die Bundespolizei braucht Befugnisse, die den heutigen Gefahrenlagen entsprechen. Deshalb hat die Bundesregierung die Anpassung des Bundespolizeigesetzes im Kabinett beschlossen.

Das Bundespolizeigesetz, das die Aufgaben und die Rechtsstellung der Bundespolizei regelt, stammt zu großen Teilen aber noch aus dem Jahr 1994. Zu dieser Zeit gab es weder Chat-Gruppen noch Social Media. Seitdem hat sich viel geändert: Genau wie die technischen Möglichkeiten, sind die Aufgaben der Polizei größer und vielfältiger geworden.

Um dem großen Aufgabenfeld der Bundespolizei gerecht zu werden, hat die Bundesregierung das Bundespolizeigesetz an die veränderte Gegenwart angepasst, indem sie im Kabinett den Entwurf eines Gesetzes zur Neustrukturierung des Bundespolizeigesetzes beschlossen hat. Damit wird das Polizeigesetz umfassend modernisiert und strukturiert.

Ziel ist, die über 50.000 Bundespolizistinnen und Bundespolizisten mit zeitgemäßen Befugnissen auszustatten, die den heutigen Gefahrenlagen entsprechen. So sollen sie zuverlässig für die Sicherheit an unseren Grenzen, auf See, an Flughäfen sowie bei der Bahn Sorge tragen und Bürgerinnen und Bürger im In- und Ausland schützen. 

  • zum Einsatz von Drohnen als Sensorträger, zur Detektion und Abwehr von Drohnen, von denen Gefahren ausgehen; 
  • zur präventive Telekommunikationsüberwachung, einschließlich der Quellen-Telekommunikationsüberwachung;
  • zum Erlass von Meldeauflagen und Aufenthaltsverboten;
  • zur Durchführung verdachtsunabhängiger Kontrollen in Waffen- und Messerverbotszonen im Bahnbereich; 
  • zur Beantragung einer Abschiebungshaft bei Gericht gegen vollziehbar ausreisepflichtige, nicht geduldete Personen, die sie in ihrem Zuständigkeitsbereich feststellt.

Um die Bundespolizei vor der Unterwanderung durch Extremisten zu schützen, wird außerdem eine Zuverlässigkeitsüberprüfung für alle Personen eingeführt, die von der Bundespolizei neu eingestellt werden.

Quelle: https://www.bundesregierung.de/breg-de/aktuelles/kabinett-bundespolizeigesetz-2387796


Durch diesen Gesetzesentwurf wird das geltende Bundespolizeigesetz, das zum überwiegenden Teil noch aus dem Jahr 1994 stammt und nur in einzelnen Vorschriften angepasst worden ist, umfassend überarbeitet und an die aktuellen Herausforderungen für die innere Sicherheit angepasst. Insbesondere erhält die Bundespolizei zahlreiche neue Befugnisse, u.a. zur präventiven Telekommunikationsüberwachung, einschließlich der Quellen-Telekommunikationsüberwachung, zum Einsatz von Drohnen als Sensorträger, zur Detektion und Abwehr von Drohnen, von denen Gefahren ausgehen sowie zum Erlass von Meldeauflagen und Aufenthaltsverboten.

Des Weiteren wird ihr die Durchführung verdachtsunabhängiger Kontrollen in Waffen und Messerverbotszonen im Bahnbereich ermöglicht. Gegen vollziehbar ausreisepflichtige, nicht geduldete Personen, die sie in ihrem Zuständigkeitsbereich feststellt, kann sie zukünftig selbst Abschiebungshaft bei Gericht beantragen. Zum Schutz der Integrität der Bundespolizei wird außerdem eine Zuverlässigkeitsüberprüfung bei Einstellung eingeführt. Der Gesetzesentwurf setzt verfassungs- und unionsrechtliche Vorgaben zum Datenschutz um.

Quelle: https://www.bmi.bund.de/SharedDocs/gesetzgebungsverfahren/DE/B1/2025-BPolG.html

Chat ControlBetween Data Protection and Child Protection – When Fear Campaigns Play into the Hands of Offenders

The debate over the so-called Chat Control – officially the EU Regulation on the Prevention and Combating of Child Sexual Abuse – has stirred intense controversy. In the media and across social networks, people argue fiercely: Is this about protecting children or about state surveillance and the loss of privacy?

Yet in this heated discussion, something essential is often forgotten: the perspective of the victims – and the social and political consequences this debate has for the fundamental values of the European Union and Germany.


🔹 When Data Protection Seems More Important Than Child Protection

Many victims and survivors of sexual violence watch the public debate with growing frustration.
When headlines and online posts keep repeating that privacy must always come first, it can feel as though data protection has become more important than human protection.

This perception has serious consequences:

  • Loss of trust: Victims feel abandoned by society. They see a world that protects offenders’ data more than children’s safety.
  • Silence instead of speaking out: Those who have suffered abuse lose even more courage to talk about it – fearing that once again, nobody will truly listen or act.

A well-meant goal – the defense of privacy – thus turns into a barrier of silence for those most in need of protection.


🔹 Offenders Exploit Fear Campaigns

Offenders and organized networks follow the public debate closely.
They know that every political or technical step toward prevention triggers loud opposition – often fueled by fear campaigns, misinformation, and exaggeration.

Some offenders even hide behind the arguments of those opposing the regulation, pretending to defend freedom while actually defending impunity.
This creates a dangerous paradox:

The louder the public resists chat control, the safer digital spaces become for offenders.

In doing so, the true goals of the EU – protection, safety, and solidarity – are undermined.


🔹 Values Under Pressure – What Is at Stake for Europe and Germany

The European Union and Germany see themselves as communities of shared values.
Their core principles are human dignity, freedom, democracy, equality, the rule of law, and the protection of human rights – especially the protection of the most vulnerable.

But when public opinion places data protection above child protection, a dangerous imbalance emerges:

  • The human dignity of victims is diminished.
  • Trust in the rule of law erodes, as offenders appear better protected than children.
  • The credibility of European values weakens when freedom is understood only as freedom from oversight – not as freedom in safety.

Europe must not lose its moral compass out of fear of its own technology or responsibility.


🔹 Responsibility Instead of Fear

The challenge is not to choose between privacy or protection – it is to combine both.
Technology can help identify offenders, protect children, and preserve privacy – if used responsibly, transparently, and within the rule of law.

Fear campaigns claiming otherwise divide society, weaken protection for victims, and empower offenders.
Europe must have the courage to act rationally and responsibly, guided by facts rather than fear.


🔹 Conclusion

The Chat Control debate is a moral and political test for our society.
It reveals how seriously we take humanity, responsibility, and the values that define the EU and Germany.

Child protection is not an attack on freedom – it is its foundation.
A society that protects its children protects itself.
And a politics that resists fear, embraces responsibility, and builds trust will strengthen the Europe we need:
a Europe 4.0 – safe, free, and profoundly human.

Chatkontrolle: Datenschutz und Kinderschutz – Wenn Angstkampagnen den Tätern in die Hände spielen

Die Debatte um die sogenannte Chatkontrolle – offiziell die EU-Verordnung zur Prävention und Bekämpfung des sexuellen Missbrauchs von Kindern – schlägt hohe Wellen. In Medien und sozialen Netzwerken wird heftig gestritten: Geht es hier um Kinderschutz oder um einen massiven Eingriff in die Privatsphäre aller Bürgerinnen und Bürger?

Doch in dieser emotionalen Auseinandersetzung gerät etwas Wesentliches aus dem Blick: die Perspektive der Opfer – und die gesellschaftlichen und politischen Folgen, die diese Debatte für unsere europäischen Werte hat.


🔹 Wenn Datenschutz wichtiger scheint als Kinderschutz

Viele Opfer, Überlebende und Betroffene sexualisierter Gewalt nehmen die öffentliche Diskussion mit wachsender Verzweiflung wahr.
Wenn in den Schlagzeilen und Kommentaren immer wieder der Datenschutz als oberstes Gut dargestellt wird, wirkt das so, als habe Datenschutz Vorrang vor Menschenschutz.

Das kann schwerwiegende Folgen haben:

  • Vertrauensverlust: Opfer fühlen sich im Stich gelassen. Sie sehen eine Gesellschaft, die die Daten von Tätern schützt, aber nicht ihre Sicherheit.
  • Schweigen statt Sprechen: Wer schon einmal Missbrauch erlebt hat, verliert noch mehr Mut, über das Geschehene zu reden – aus Angst, dass wieder niemand hinhört oder handelt.

So wird ein eigentlich gutes Ziel – der Schutz der Privatsphäre – in der Wahrnehmung der Opfer zu einer Mauer des Schweigens.


🔹 Täter nutzen die Angstkampagnen

Auch Täter und Netzwerke nehmen die politische und gesellschaftliche Stimmung genau wahr.
Sie wissen, dass jeder Schritt zu mehr Kontrolle oder Prävention auf heftige öffentliche Gegenwehr stößt – oft ausgelöst durch Angstkampagnen, die mit Halbwahrheiten und Übertreibungen arbeiten.

Manche Täter nutzen genau diese Kampagnen, um sich zu verstecken oder Kritik an Sicherheitsmaßnahmen zu unterwandern.
So entsteht ein paradoxer Effekt:

Je lauter gegen die Chatkontrolle mobilisiert wird, desto sicherer fühlen sich Täter im digitalen Raum.

Damit werden die eigentlichen Ziele der EU – Schutz, Sicherheit und Solidarität – ins Gegenteil verkehrt.


🔹 Werte unter Druck – Was steht für Europa und Deutschland auf dem Spiel?

Die Europäische Union und Deutschland verstehen sich als Wertegemeinschaft.
Zu ihren Grundprinzipien gehören Menschenwürde, Freiheit, Demokratie, Gleichheit, Rechtsstaatlichkeit und die Wahrung der Menschenrechte – insbesondere der Schutz der Schwächsten.

Wenn in der öffentlichen Debatte jedoch Datenschutz über Kinderschutz gestellt wird, droht ein gefährliches Ungleichgewicht:

  • Die Menschenwürde der Opfer wird relativiert.
  • Das Vertrauen in den Rechtsstaat schwindet, weil Täter scheinbar besser geschützt sind als Kinder.
  • Die Glaubwürdigkeit europäischer Werte wird geschwächt, wenn Freiheit nur noch als Freiheit von Kontrolle verstanden wird – und nicht mehr als Freiheit in Sicherheit.

Europa darf seine Werte nicht dadurch verlieren, dass es Angst vor seiner eigenen Technologie oder Verantwortung hat.


🔹 Verantwortung statt Angst

Die Herausforderung besteht nicht darin, zwischen Datenschutz oder Kinderschutz zu wählen – sondern beides miteinander zu vereinbaren.
Technologie kann helfen, Täter zu erkennen, Kinder zu schützen und trotzdem Privatsphäre zu wahren – wenn sie verantwortungsvoll, transparent und rechtsstaatlich eingesetzt wird.

Angstkampagnen, die das Gegenteil behaupten, spalten die Gesellschaft, schwächen den Opferschutz und geben Tätern Rückendeckung.
Europa muss den Mut haben, rational und lösungsorientiert zu handeln – statt sich von Emotion und Misstrauen leiten zu lassen.


🔹 Fazit

Die Diskussion über die Chatkontrolle ist ein Prüfstein für unsere Gesellschaft.
Sie zeigt, wie ernst wir es wirklich meinen mit Menschlichkeit, Verantwortung und den Grundwerten, auf denen die EU und Deutschland gebaut sind.

Kinderschutz ist kein Angriff auf Freiheit – er ist ihre Grundlage.
Eine Gesellschaft, die Kinder schützt, schützt sich selbst.
Und eine Politik, die sich nicht von Angstkampagnen leiten lässt, sondern auf Fakten, Verantwortung und Werte setzt, stärkt das Europa, das wir brauchen:
ein Europa 4.0 – sicher, frei und menschlich zugleich.

Chatkontrolle: Faktenbasierte Einordnung und Entkräftung typischer Kritikpunkte

Die Behauptung, die EU-Kommission wolle Messenger-Dienste wie WhatsApp oder Signal zwingen, alle privaten Nachrichten in Echtzeit zu scannen, greift zu kurz. Der aktuelle Entwurf der CSAR-Verordnung zielt darauf ab, darstellendes Material sexuellen Missbrauchs an Kindern zu erkennen. Es gibt dabei keine pauschale Massenüberwachung, und die Vorschläge sehen strikte rechtliche Schranken, Transparenzpflichten und gerichtliche Kontrolle vor.


  • Ende-zu-Ende-Verschlüsselung wird in den Verhandlungen nicht pauschal aufgehoben.
  • Technische Prüfungen sollen auf bekannte Missbrauchsmuster beschränkt sein und nicht die Inhalte aller Kommunikation entschlüsseln.
  • Gerichtliche und datenschutzrechtliche Kontrollen sorgen dafür, dass nur relevante Fälle geprüft werden.

Einordnung: Die Chatkontrolle ist kein pauschaler Eingriff in private Kommunikation, sondern ein gezieltes Instrument mit Rechtsstaatsschutz.


Es stimmt, dass automatische Systeme nicht fehlerfrei sind. Doch die EU-Regelungen sehen zertifizierte Erkennungssysteme, menschliche Überprüfung und Schwellenwerte vor. Dadurch wird sichergestellt:

  • Unproblematische Inhalte gelangen nicht massenhaft an Behörden.
  • Fehlalarme werden dokumentiert und überprüft, um Unschuldige zu schützen.

Einordnung: Algorithmen alleine entscheiden nicht über Ermittlungen – die Rechtsstaatlichkeit bleibt erhalten.


Kritiker nennen Geschäftsgeheimnisse, ärztliche Schweigepflicht, journalistischen Quellenschutz oder gewerkschaftliche Kommunikation als besonders gefährdet. Die rechtliche Einordnung ist klar:

  • Prüfungen erfolgen nur bei konkretem Verdacht auf Missbrauch.
  • Berufsgeheimnisse bleiben geschützt.
  • Datenschutzbehörden überwachen, dass keine unzulässigen Eingriffe stattfinden.

Einordnung: Rechte und Vertraulichkeit kritischer Kommunikation sind fest im Gesetz verankert.


Die These, dass Chatkontrolle Sicherheitslücken schaffen würde, verkennt die technischen Maßnahmen:

  • EU-Vorgaben sehen zertifizierte Systeme, Audits und Sicherheitsprüfungen vor.
  • Schwachstellen werden kontinuierlich überprüft, bevor Systeme im Betrieb genutzt werden.
  • Effektiver Schutz vor Kindesmissbrauch wird dadurch verstärkt, nicht reduziert.

Einordnung: Die Maßnahmen schaffen keine neuen massiven Sicherheitslücken, sondern sind technisch geprüft und überwacht.


  • Fachorganisationen erkennen an, dass Kinderschutz essenziell ist.
  • Anlasslose Überwachung aller privaten Chats wird im Gesetz nicht umgesetzt; es geht um gezielte, rechtssichere Instrumente.
  • Gleichzeitig wird die Verschlüsselung gewahrt und Rechtsstaatlichkeit sichergestellt.

Einordnung: Chatkontrolle ist kein Widerspruch zwischen Schutz und Grundrechten, sondern ein Versuch, beides zu vereinen.


  • Chatkontrolle bedeutet gezielten, rechtlich abgesicherten Schutz, nicht Massenüberwachung.
  • Privatsphäre, Verschlüsselung und Berufsgeheimnisse sind rechtlich geschützt.
  • Technische Systeme werden zertifiziert, geprüft und überwacht, Fehlalarme werden minimiert.
  • Kinderschutz, Schutz vor schwerer Kriminalität und Terrorismus können gleichzeitig gewährleistet werden.

Schlusswort: Wer Panik verbreitet, ignoriert den rechtlichen Rahmen, technische Kontrollen und die europäische Aufsicht. Die Chatkontrolle ist ein werkzeugbasierter, rechtsstaatlicher Ansatz, der Kinder schützt und die Gesellschaft sichert, ohne die Grundrechte auszuhebeln.