War der Mars einst bewohnbar? Neue Rover-Daten zeigen: Der Jezero-Krater war ein idealer Lebensraum

Seit Jahren suchen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler nach Antworten auf eine der größten Fragen der Raumfahrt:
Gab es jemals Leben auf dem Mars?

Zwei neue Studien auf Basis von Daten des NASA-Rovers Perseverance liefern nun ein immer klareres Bild – und es ist aus astrobiologischer Sicht äußerst spannend.

Im Jezero-Krater, dem Landeplatz von Perseverance, mündete vor Milliarden Jahren ein Fluss namens Neretva Vallis. Die neue Analyse zeigt: Dieses Tal wurde nicht nur durch einzelne Flutereignisse geformt, sondern durch langanhaltenden Wasserfluss.

Das bedeutet: Im Jezero existierte sehr wahrscheinlich ein dauerhafter See, gespeist von Flüssen, mit ruhigen Ablagerungszonen und wechselnden Wasserständen – ganz ähnlich wie Seen auf der Erde.

  • Nährstoffe konzentrieren
  • Energiequellen bereitstellen
  • feine Sedimente ablagern, die organisches Material einschließen können

Kurz gesagt: Genau solche Umgebungen gelten als potenziell lebensfreundlich.

Noch wichtiger ist, was Perseverance am Rand des Kraters entdeckt hat: große Vorkommen sogenannter karbonathaltiger Gesteine.

Karbonate entstehen in Gegenwart von Wasser und Kohlendioxid. Auf der Erde sind sie berühmt dafür, mikrobielle Spuren über Milliarden Jahre zu konservieren – inklusive organischer Moleküle und mikroskopischer Strukturen.

Die Rover-Aufnahmen zeigen, dass diese Mars-Karbonate in klaren Schichten aufgebaut sind. Das spricht für Seeufer-Prozesse: Wellen, Sedimentumlagerung und chemische Ausfällung entlang einer alten Küstenlinie. Gleichzeitig weisen Teile der Gesteine auf Wasserzirkulation im Untergrund hin.

  • Oberflächenwasser im See
  • wasserreiche Systeme im Untergrund

Beide gelten als hervorragende Nischen für mikrobielles Leben.

  • Langfristiges Oberflächenwasser
  • chemisch aktive Karbonate
  • Sedimente, die organisches Material einschließen können

Genau deshalb wurde Jezero ursprünglich als Landeplatz ausgewählt.

Perseverance hat bereits mehrere Proben dieser karbonatreichen Gesteine gesammelt. Sollte die Mars Sample Return Mission sie eines Tages zur Erde bringen, könnten Labore mit höchster Präzision nach Biosignaturen suchen – also nach chemischen oder strukturellen Hinweisen auf früheres Leben.

Zum ersten Mal hätten wir dann Material aus einem eindeutig lebensfreundlichen Mars-See in unseren Händen.

Der Jezero-Krater war kein trockener, kurzlebiger Tümpel – sondern ein komplexes Fluss-See-System mit stabilen Wasserbedingungen, aktiver Geochemie und hervorragenden Erhaltungsmöglichkeiten für biologische Spuren.

Der Mars hat uns hier möglicherweise einen seiner besten Hinweise auf vergangenes Leben hinterlassen – sorgfältig konserviert in Karbonatgestein, wartend auf die Rückkehr zur Erde.


Martian Moons eXploration (MMX) – Auf der Suche nach dem Ursprung der Marsmonde und der Chemie des Lebens

Warum Japans Probenrückführungsmission von Phobos mehr ist als Raumfahrt: ein Schlüsselprojekt für Planetologie, Astrobiologie und das frühe Sonnensystem.

Mit der Mission Martian Moons eXploration (MMX) steht Japan vor einem historischen Meilenstein der planetaren Forschung. Erstmals sollen Proben von einem Marsmond zur Erde gebracht werden. Der Start der JAXA-Sonde ist für das Fiskaljahr 2026 vorgesehen, die Rückkehr der Probenkapsel für 2031. MMX reiht sich damit in die neue Generation internationaler Probenrückführungsmissionen ein – neben Hayabusa2 und der geplanten Mars Sample Return – und verbindet klassische Planetologie mit moderner Astrobiologie.

Im Zentrum der Mission stehen die beiden rätselhaften Marsmonde Phobos und Deimos. Seit Jahrzehnten diskutiert die Wissenschaft zwei konkurrierende Entstehungsszenarien: Entweder wurden die Monde als Asteroiden eingefangen, oder sie entstanden aus Trümmern eines gewaltigen Einschlags auf dem frühen Mars. Durch zwei Landungen auf Phobos und die Rückführung von mehr als zehn Gramm Oberflächenmaterial soll MMX diese Frage erstmals anhand direkter Laboranalysen beantworten.

Besondere Aufmerksamkeit gilt der chemischen Zusammensetzung der Proben. Organische Moleküle – darunter mögliche Aminosäuren – könnten als „chemischer Fingerabdruck“ Hinweise auf die Herkunft von Phobos liefern. Gleichzeitig deuten Simulationen darauf hin, dass das gesammelte Material auch Partikel marsischen Ursprungs enthalten könnte. Damit eröffnet MMX indirekt auch einen neuen Zugang zur Marsforschung.

Technologisch gehört MMX zu den größten und komplexesten Raumsonden, die Japan je gebaut hat. Zwei unabhängige Probenahmesysteme, internationale Instrumente aus Japan, den USA und Europa sowie strenge Kontaminationskontrollen sollen sicherstellen, dass die zurückgebrachten Proben wissenschaftlich belastbar sind.

Begleitet wird die Mission von der öffentlichen Kampagne #GoodLuckMMX, über die Menschen weltweit persönliche Botschaften an die Sonde senden können – Nachrichten, die bei erfolgreichem Missionsverlauf gemeinsam mit den Proben zur Erde zurückkehren.

MMX steht damit exemplarisch für eine neue Phase der Exploration: Raumfahrt als globales Projekt, das technische Exzellenz, chemische Grundlagenforschung und die Suche nach den Voraussetzungen für Leben miteinander verbindet.


Phobos ist klein, unregelmäßig geformt und spektral asteroidähnlich – gleichzeitig bewegt er sich in einer erstaunlich stabilen, äquatornahen Umlaufbahn. Zwei konkurrierende Entstehungsmodelle dominieren die Forschung: die Einfanghypothese und die Rieseneinschlaghypothese.

MMX wird zweimal auf Phobos landen und mehr als 10 Gramm Oberflächenmaterial zur Erde bringen. Diese Proben erlauben Laboranalysen mit einer Präzision, die mit Fernerkundung unmöglich ist. Besonders spannend: Simulationen zeigen, dass die Proben vermutlich auch Partikel marsischen Ursprungs enthalten – ausgeworfen durch Meteoriteneinschläge auf dem Mars und später auf Phobos abgelagert.

Damit könnte MMX indirekt auch erstmals nahezu unverfälschtes Marsmaterial liefern.


Eine zentrale Rolle spielt die Analyse organischer Moleküle. JAXA-Forscherin Haruna Sugawara leitet Arbeiten zur Untersuchung von Aminosäuren und anderen kohlenstoffbasierten Verbindungen.

Ihre Einschätzung: Falls Phobos ein eingefangener Asteroid ist – möglicherweise ein „verarmter Komet“ –, sollte eine vielfältige organische Chemie erhalten geblieben sein. Wäre Phobos hingegen durch einen Hochenergieeinschlag entstanden, hätten Hitze und Druck organische Substanzen vermutlich weitgehend zerstört.

Die Anwesenheit oder Abwesenheit solcher Moleküle wird damit zum chemischen Fingerabdruck der Entstehungsgeschichte.

Darüber hinaus bereitet sich das MMX-Team darauf vor, in möglichen Marspartikeln gezielt nach Biosignaturen zu suchen – auch wenn die Wahrscheinlichkeit, direkte Spuren früher Mikroorganismen zu finden, als äußerst gering gilt.


Mit rund 4,2 Tonnen Startmasse gehört MMX zu den größten Raumsonden, die Japan je gebaut hat. Das Raumfahrzeug besteht aus drei Modulen – Flug-, Erkundungs- und Rückkehrmodul –, die im Missionsverlauf schrittweise abgetrennt werden.

Zwei unabhängige Probenahmesysteme sorgen für Redundanz:

– ein japanischer Kernbohrer mit Schaufelsystem
– ein pneumatisches NASA-System, das mithilfe von Stickstoffgas Regolith aufwirbelt

Zusammen sollen sie mindestens 10 Gramm Material sichern.

Um wissenschaftliche Verfälschungen zu vermeiden, werden die Geräte vollständig gereinigt, mit hochreinem Stickstoff gespült und während der gesamten Vorbereitungsphase auf Kontamination überwacht. Parallel werden Referenzproben gespeichert, um mögliche irdische Verunreinigungen später identifizieren zu können.


Ein besonderes europäisches Element der MMX-Mission ist der Mikrorover IDEFIX, entwickelt unter Führung der französischen Raumfahrtagentur CNES mit maßgeblicher Beteiligung des DLR und weiterer europäischer Partner.

IDEFIX wird nach Ankunft im Marsorbit von MMX auf der Oberfläche von Phobos abgesetzt. Mit nur rund 25 Kilogramm Masse ist er kein klassischer Rover mit Rädern, sondern nutzt ein Hüpf- und Kriechkonzept, das speziell für die extrem geringe Schwerkraft des Mondes entwickelt wurde.

Seine Aufgabe ist es, Phobos direkt vor Ort zu untersuchen – bevor die Hauptsonde zur Probenentnahme landet.

Der Rover soll:

– hochauflösende Bilder liefern
– die mechanischen Eigenschaften des Regoliths messen
– Temperatur und physikalische Bedingungen erfassen
– und mithilfe eines Raman-Spektrometers die mineralogische und organische Zusammensetzung analysieren

Diese Daten sind entscheidend, um geeignete Landeplätze für MMX auszuwählen und die geologischen Rahmenbedingungen der Proben richtig zu interpretieren.

IDEFIX fungiert damit als wissenschaftlicher Pfadfinder: Er liefert den Kontext, in dem die später zur Erde gebrachten Proben verstanden werden müssen.

Aus astrobiologischer Sicht ist der Rover besonders wertvoll, da seine Messungen helfen, organische Signaturen auf Phobos räumlich einzuordnen und zwischen lokalem Mondmaterial und potenziell marsischem Staub zu unterscheiden.

Damit bringt Europa erstmals einen Rover auf einen Marsmond – ein technologischer Meilenstein und ein Beispiel für die enge internationale Zusammenarbeit innerhalb von MMX.


Der geplante Zeitrahmen:

– 2026: Start von der Erde
– 2027: Ankunft im Marsorbit
– 2027–2030: Kartierung, Landungen auf Phobos, Probenentnahme
– 2031: Rückkehr zur Erde und Abwurf der Probenkapsel

Internationale Instrumente aus Japan, den USA und Europa untersuchen zusätzlich die Marsumgebung sowie Phobos und Deimos aus dem Orbit.


Parallel zur technischen Vorbereitung lädt JAXA die Öffentlichkeit ein, Teil der Mission zu werden. Über die Kampagne #GoodLuckMMX können Menschen weltweit persönliche Botschaften einsenden. Diese Nachrichten werden digital an Bord der Sonde gespeichert und reisen mit MMX zu den Marsmonden.

Gelingt die Mission, kehren sie 2031 gemeinsam mit den Proben zur Erde zurück – ein symbolischer Akt, der Wissenschaft und Gesellschaft miteinander verbindet.


Aus astrobiologischer Sicht ist MMX weit mehr als eine Mission zur Mondentstehung. Die Proben von Phobos könnten erstmals zeigen, wie organische Moleküle im inneren Sonnensystem verteilt wurden – und ob Marsmaterial über natürliche Prozesse auf benachbarte Himmelskörper gelangte.

Sollten sich in den Proben Aminosäuren oder andere komplexe organische Verbindungen finden, wäre dies ein starkes Indiz dafür, dass die Bausteine des Lebens nicht lokal begrenzt sind, sondern zwischen Planeten transportiert werden können. Selbst wenige Partikel marsischen Ursprungs würden neue Perspektiven auf Austauschprozesse eröffnen.

MMX bildet damit eine wichtige Brücke zwischen Asteroidenforschung und Mars Sample Return. Während Hayabusa2 bereits gezeigt hat, dass primitive Körper reich an organischer Chemie sind, könnte MMX erstmals die Verbindung zwischen Mars, seinen Monden und organischem Material empirisch belegen.

Wenn die Proben 2031 auf der Erde eintreffen, werden sie nicht nur Antworten zur Entstehung der Marsmonde liefern. Sie könnten auch helfen, eine der grundlegendsten Fragen der Wissenschaft weiter einzugrenzen: Wie entwickelte sich Materie im Sonnensystem – von einfacher Chemie bis zu den Voraussetzungen für Leben?

In diesem Sinne ist MMX ein leiser, aber entscheidender Schritt auf dem Weg zu einer echten astrobiologischen Kartierung unseres planetaren Nachbarsystems.


Informationen zu Martian Moons eXploration (MMX) der japanische Raumfahrtbehörde JAXA:

Martian Moons eXploration (MMX)

Red Resurgence – Ein neuer Weg für Mars Sample Return

Mars Sample Return ist keine weitere Planetenmission. Es ist die Schlüsselmission der modernen Astrobiologie.

Zum ersten Mal könnten wir echtes Mars‑Material in irdischen Laboren untersuchen – mit Instrumenten, die hundertmal leistungsfähiger sind als alles, was je auf einen Rover passt. Es geht um die grundlegenden Fragen:

  • Wie und wann entstand Leben im Sonnensystem?
  • Gab es auf dem Mars jemals mikrobielles Leben?
  • Wie entwickelte sich das Klima und die Geologie des roten Planeten?

Der Perseverance‑Rover hat im Jezero‑Krater Sediment‑ und Gesteinsproben gesammelt, die:

  • aus alten See‑ und Flussbetten stammen, die einst Wasser führten — eine der Grundvoraussetzungen für Leben, wie wir es kennen
  • Fein‑ und Grobsedimente enthalten, deren Analyse aufschlussreiche Informationen über vergangene Umweltbedingungen liefert
  • organische Moleküle und mineralische Strukturen beherbergen können, die auf potenziell biologischen Ursprung hindeuten — aber erst mit laborgestützter Analyse bestätigt werden können

Diese Proben bergen die Möglichkeit, direkte Hinweise auf vergangenes Leben zu finden — Hinweise, die Perseverance selbst vor Ort nicht abschließend beurteilen kann. Nur auf der Erde können wir sie mit der vollen Bandbreite moderner Analytik untersuchen, von hochaufgelöster Massenspektrometrie bis hin zu molekularer Mikrobiologie.

Das bedeutet: Die Marsproben sind potenziell die wissenschaftlich wichtigste extraterrestrische Gesteinssammlung in der Geschichte der Raumfahrt.


Aus diesem Grund habe ich in den letzten Wochen ein alternatives Missionskonzept ausgearbeitet:

Die Grundidee ist einfach:

Nicht maximale Eleganz – sondern maximale Fehlertoleranz und Erfolgskonfidenz.

Statt viele voneinander abhängige Systeme setzt Red Resurgence auf:

  • Einen einzigen Start (SLS Block 1B)
  • Einen integrierten Raumfahrzeug‑Stack
  • Eine zentrale Missionsautorität
  • Robuste Strukturen statt Leichtbau
  • Degradation statt Totalversagen

Die Architektur eliminiert gezielt die beiden größten heutigen Risikotreiber:

❌ Skycrane

❌ Orbitales Rendezvous am Mars

Beides wird ersetzt durch:

  • Eine statische Landeplattform
  • Ein integriertes Rückkehrraumschiff (Mars Cruise Stage), das Oberfläche, Aufstieg, Orbitkorrektur und Heimflug übernimmt

Das reduziert die Zahl missionskritischer Ereignisse um etwa 40–50 %.


Red Resurgence nutzt bewusst die Fähigkeiten der SLS:

Nicht, um Masse zu optimieren –
sondern um Resilienz einzubauen.

Die zusätzliche Nutzlast erlaubt:

  • Große Treibstoffreserven
  • Redundante Avionik
  • Strukturelle Überdimensionierung
  • Echte Backup‑Systeme

Kurz gesagt:

SLS‑Masse = Missions‑Marge.

Das ist ein fundamentaler Perspektivwechsel.


Der kritischste Moment jeder MSR‑Mission ist der Start vom Mars.

Red Resurgence entschärft ihn durch:

  • Multi‑Chamber‑Antrieb (Teilausfälle möglich)
  • Backup‑Lagekontrolle
  • Orbitales Nachheben durch die Cruise Stage, falls der Zielorbit nicht perfekt erreicht wird

Das System ist darauf ausgelegt, Fehler aktiv zu kompensieren – nicht sie zu vermeiden.


Mars Sample Return ist nicht nur Wissenschaft.

Es ist:

  • Technologische Führungsfrage
  • Strategische Glaubwürdigkeit
  • Ein Signal an die nächste Generation

Doch nur eine realistisch umsetzbare Mission stärkt diese Position.

Red Resurgence bietet:

  • Höhere Erfolgswahrscheinlichkeit
  • Bessere Zeitplan‑Stabilität
  • Geringere Systemkomplexität
  • Zentrale NASA‑Autorität
  • Optionale internationale Beiträge ohne Missionsabhängigkeit

Das Konzept ist darauf ausgelegt, innerhalb dieses Jahrzehnts Marsproben zurückzubringen – und damit das größte wissenschaftliche Vermächtnis eines robotischen Raumfahrtprojekts zu sichern.


  • Executive Summary
  • Administrator Brief
  • OSTP / White House Kurzfassung
  • Congressional Talking Points
  • House/Senate Q&A

Mars Sample Return darf kein architektonisches Kunstwerk sein.
Es muss funktionieren – und die Wissenschaft muss gewonnen werden.


AURORA EU und NATO / EFDL: Abschreckung neu denken – Europas Weg zu strategischem Lagebewusstsein

Die sicherheitspolitische Botschaft aus Washington ist deutlich und markiert einen Wendepunkt für Europa. Die Vereinigten Staaten verstehen sich weiterhin als fester Bündnispartner der NATO, setzen ihre strategischen Prioritäten jedoch neu. Der Schutz des eigenen Territoriums und die Abschreckung Chinas stehen im Vordergrund, während Russland aus US-Sicht keine existenzielle Bedrohung für Europa darstellt. Damit verschiebt sich die Verantwortung: Die Hauptlast der Abschreckung Russlands und der Unterstützung der Ukraine soll künftig bei den Europäern liegen. Diese Neujustierung bedeutet keinen Bruch mit dem transatlantischen Bündnis, wohl aber eine klare Erwartung an Europa, sicherheitspolitisch eigenständiger, handlungsfähiger und strategisch reifer zu werden.

Parallel zu dieser politischen Neuausrichtung entsteht auf militärischer Ebene eine neue Form der Abschreckung an der NATO-Ostflanke. Mit der Eastern Flank Deterrence Line verfolgt die Allianz nicht länger das klassische Prinzip der Überlegenheit durch Masse, sondern setzt auf Vernetzung, Geschwindigkeit und technologische Integration. Unbemannte Systeme, Sensorik aus Boden, Luft, Weltraum und dem digitalen Raum sowie KI-gestützte Auswertung sollen ein Lagebild in nahezu Echtzeit erzeugen. Ziel ist es, einen potenziellen Angreifer frühzeitig zu erkennen, seinen Handlungsspielraum einzuengen und seine Dynamik zu brechen, noch bevor es zu einer großflächigen Eskalation kommt. Abschreckung entsteht hier nicht primär durch Zerstörungskraft, sondern durch Informationsvorsprung und Entscheidungsfähigkeit.

Genau an diesem Punkt berührt sich das militärische Denken der NATO mit dem konzeptionellen Ansatz von AURORA EU. Auch AURORA EU setzt nicht auf Kontrolle oder automatische Reaktion, sondern auf das frühzeitige Erkennen von Mustern, Risiken und Eskalationsdynamiken. Während die NATO diese Logik auf den militärischen Raum anwendet, überträgt AURORA EU sie auf den zivil-strategischen Kontext Europas. Daten aus unterschiedlichen Domänen werden zusammengeführt, um ein kohärentes Lageverständnis zu ermöglichen – nicht zur Überwachung von Menschen, sondern zur Analyse von Systemen, Abhängigkeiten und Entwicklungen. Der Mensch bleibt dabei stets Entscheidungsträger, Technologie ist unterstützendes Werkzeug, nicht autonomer Akteur.

Die strukturellen Parallelen zwischen der militärischen Logik der NATO und dem konzeptionellen Ansatz von AURORA EU sind dabei offensichtlich. Beide Systeme verfolgen nicht das Ziel automatisierter Reaktion oder operativer Entscheidung, sondern setzen auf Vernetzung, Echtzeit-Lageverständnis und menschliche Verantwortung. Der Vergleich verdeutlicht, dass AURORA EU keine Abkehr von sicherheitspolitischem Denken darstellt, sondern dessen zivile, strategische Entsprechung ist.

NATO / EFDLAURORA EU
Sensoren Boden–Luft–All–CyberDaten Boden–Luft–Weltraum–digital
Echtzeit-LagebilderEchtzeit-Risiko- und Lagebilder
Vernetzte SystemeEuropäisches Analyse-Netzwerk
Keine Einzelentscheidungen durch SystemeKeine automatisierten Entscheidungen
Mensch bleibt verantwortlichMensch bleibt verantwortlich

Beide Konzepte setzen damit auf Situationsverständnis statt reaktive Eskalation und verlagern den Schwerpunkt von unmittelbarer Reaktion hin zu vorausschauender Steuerung und verantwortlicher Entscheidungsfindung.

Zugleich ist AURORA EU bewusst nicht ausschließlich zivil gedacht. Als europäische Lage- und Frühwarnarchitektur kann es auch dem militärischen Raum dienen, ohne selbst militärisch zu werden. Es liefert kontextualisierte Lagebilder, Eskalationsindikatoren und strategische Vorfeldanalysen, die sowohl politischen als auch militärischen Entscheidungsträgern eine fundierte Bewertung ermöglichen. Die operative oder militärische Entscheidung bleibt dabei strikt getrennt und menschlich verantwortet – ein zentraler Unterschied zu automatisierten oder autonom handelnden Systemen.

In dieser Parallele liegt eine zentrale strategische Erkenntnis für Europa im Jahr 2026: Sicherheit entsteht nicht mehr allein durch militärische Stärke, sondern durch die Fähigkeit, komplexe Lagen früh zu verstehen und verantwortungsvoll zu steuern. Washingtons Botschaft und die Entwicklung der EFDL machen deutlich, dass Europa diese Fähigkeit selbst entwickeln und tragen muss. AURORA EU versteht sich in diesem Sinne als verbindendes Element zwischen ziviler Resilienz und militärischer Abschreckung – als europäische Infrastruktur für strategisches Lagebewusstsein, Souveränität und Handlungsfähigkeit. Nicht als Alternative zur NATO, sondern als notwendige Ergänzung in einer Zeit, in der Abschreckung lange vor dem ersten Schuss beginnt.

Raumfahrt, Mars- und Planetenforschung sowie Astrobiologie im strategischen Kontext von Europa, Ukraine und Russland

Nach Jahren militärischer Eskalation kommt im Januar 2026 erstmals wieder sichtbar Bewegung in die Verhandlungen über ein Ende des Krieges in der Ukraine. Dass sich russische und ukrainische Unterhändler unter Vermittlung der USA in Abu Dhabi treffen, markiert keinen Durchbruch – aber einen möglichen Wendepunkt. Parallel dazu arbeitet die EU bereits an einem milliardenschweren Aufbauplan für die Ukraine. Diese Gleichzeitigkeit von Diplomatie und Zukunftsplanung ist kein Zufall.

Jenseits der akuten Sicherheitsfragen rückt damit eine größere strategische Frage in den Fokus: Welche Rolle spielen Ukraine, Russland und Europa künftig in Hochtechnologie, Raumfahrtindustrie und planetarer Exploration – und wie kann Kooperation möglich sein, ohne neue Abhängigkeiten zu schaffen?


Die Ukraine ist weit mehr als ein geopolitischer Pufferstaat. Sie ist ein industrieller, technologischer und wissenschaftlicher Raum mit erheblichem Potenzial:

  • leistungsfähige Ingenieur- und IT‑Kompetenzen,
  • Erfahrung in Luft- und Raumfahrtzulieferketten aus der postsowjetischen Zeit,
  • zunehmende Integration in europäische Forschungs- und Innovationsprogramme.

Ein Wiederaufbau nach Waffenstillstand oder Frieden wäre deshalb nicht nur infrastrukturell, sondern auch technologisch zu denken. Die Anbindung der Ukraine an europäische Forschungsprogramme – von Erdbeobachtung über Raumfahrtanwendungen bis hin zu Sicherheits- und Resilienztechnologien – stärkt Europas strategische Autonomie und reduziert externe Abhängigkeiten.


Russland bleibt objektiv eine der wenigen echten Raumfahrtnationen der Welt: Trägersysteme, bemannte Raumfahrt, Planetensonden, nukleare Raumfahrttechnologien. Würde Russland seine Ressourcen in die friedliche Weltraumforschung – etwa in die Mars- und Planetenexploration – mit derselben strategischen Entschlossenheit investieren wie in seine militärische „Spezialoperation“, könnte dies wissenschaftlich enorme Effekte entfalten.

Doch hier liegt der Kern des Problems: Vertrauen.

Selbst bei einem Waffenstillstand oder einem formalen Kriegsende wird es Jahre dauern, bis Europa und Russland wieder belastbare wirtschaftliche und wissenschaftliche Partnerschaften eingehen können. Zu tief sitzen die Erfahrungen von Vertragsbrüchen, politischer Erpressung und instrumentalisierter Abhängigkeit.


Die europäische Raumfahrtpolitik steht exemplarisch für die neuen Anforderungen an internationale Zusammenarbeit. Projekte der Mars- und Planetenexploration ebenso wie die europäische Astrobiologie-Forschung sind auf langfristige Stabilität, verlässliche Partner und technologische Souveränität angewiesen.

Mars Sample Return ist dabei mehr als eine wissenschaftliche Mission. Es geht um:

  • den kontrollierten Rücktransport außerirdischer Proben,
  • planetaren Schutz und internationale Biosicherheitsstandards,
  • die technologische Fähigkeit Europas, komplexe interplanetare Lieferketten eigenständig zu beherrschen.

Astrobiologie wiederum ist klassische Grundlagenforschung – sie fragt nach den Bedingungen für Leben im Universum. Gerade deshalb ist sie politisch sensibel: Sie benötigt offene Kooperation, darf aber nicht von politisch instabilen oder strategisch unzuverlässigen Partnern abhängig sein.

In beiden Bereichen gilt: Internationale Zusammenarbeit bleibt sinnvoll, doch europäische Schlüsselkompetenzen müssen in Europa verankert bleiben.


Die Erfahrungen der letzten Jahre haben Europas strategisches Denken verändert. In Energie, Halbleitern, Verteidigung – und zunehmend auch in der Raumfahrt – gilt ein neues Paradigma:

Offene Zusammenarbeit, aber geschlossene Abhängigkeiten.

Das heißt konkret:

  • europäische Kernfähigkeiten bleiben in Europa,
  • internationale Partner ergänzen, ersetzen aber nicht,
  • wirtschaftliche und wissenschaftliche Kooperationen sind reversibel und diversifiziert.

Die Ukraine kann hier zu einem integralen Bestandteil eines resilienten europäischen Innovationsraums werden. Russland kann – langfristig – ein Kooperationspartner sein, aber nicht mehr der strukturelle Pfeiler europäischer Schlüsseltechnologien.


Die parallel laufende Debatte um ein mögliches neues Grönland-Abkommen zwischen den USA und der NATO fügt sich nahtlos in die hier skizzierte strategische Lage ein. Grönland ist kein Randthema, sondern ein sicherheitspolitischer Schlüsselraum: für Raketenabwehr, Frühwarnsysteme, Weltraumüberwachung und den Zugang zur Arktis.

Für die USA ist Grönland Teil einer globalen Sicherheitsarchitektur, die zunehmend auch den Weltraum umfasst. Systeme wie das geplante Raketenabwehrprojekt „Golden Dome“ sowie die bestehende US-Weltraumbasis Pituffik zeigen, wie eng militärische Sicherheit, Raumfahrt und Geopolitik miteinander verflochten sind.

Für Europa wiederum ist der Grönland-Konflikt ein weiteres Signal dafür, dass sich die transatlantische Partnerschaft verändert hat. Die klare Haltung Dänemarks und Grönlands, keine Souveränität abzugeben, unterstreicht ein europäisches Kerninteresse: Sicherheit durch Kooperation – aber nicht durch Aufgabe eigener Entscheidungs- und Hoheitsrechte.

Auch der Krieg in der Ukraine wirkt hier indirekt hinein. Die NATO verfolgt offen das Ziel, russischen und chinesischen Einfluss in strategischen Räumen wie der Arktis zu begrenzen. Gleichzeitig zeigt der Konflikt mit Russland, wie riskant es ist, sich in sicherheitsrelevanten Bereichen auf politische Zusicherungen ohne belastbare institutionelle Absicherung zu verlassen.

Raumfahrt, Raketenabwehr, Arktis und Mars- und Planetenexploration sind damit Teil derselben strategischen Gleichung. Sie berühren Fragen von Verteidigungsfähigkeit, technologischer Souveränität und langfristiger Stabilität.

Die Gespräche in Abu Dhabi, die Planungen für den Wiederaufbau der Ukraine und die Auseinandersetzungen um Grönland zeigen gemeinsam, in welchem strategischen Umfeld sich Europa bewegt.

Europa muss künftig gleichzeitig:

  • seine Verteidigungs- und Sicherheitsfähigkeit stärken,
  • seine Raumfahrt- und Forschungskompetenzen eigenständig ausbauen,
  • Kooperationen offenhalten, ohne neue Abhängigkeiten einzugehen.

Die Ukraine kann Teil eines resilienten europäischen Innovations- und Sicherheitsraums werden. Russland bleibt – selbst bei einem Waffenstillstand – auf absehbare Zeit ein schwieriger Partner, dem gegenüber Vorsicht und klare Regeln notwendig sind.

Ob in der Arktis, im Erdorbit oder bei Missionen zum Mars: Europas Handlungsfähigkeit wird sich daran messen lassen, ob es Sicherheit, Forschung und wirtschaftliche Kooperation strategisch zusammendenkt – und seine Souveränität dabei wahrt.

Raumfahrtindustrie, Wissenschaft und Forschung im Schatten transatlantischer Spannungen

Raumfahrtindustrie, Wissenschaft und Forschung im Schatten transatlantischer Spannungen

Die geopolitische Lage im Januar 2026 markiert einen Wendepunkt für die europäische Souveränität. Während die Europäische Union mit massiven Gegenzöllen auf die US-amerikanischen sogenannten „Grönland-Zölle“ reagiert, steht weit mehr auf dem Spiel als reine Handelspolitik. Die Eskalation offenbart strukturelle Abhängigkeiten Europas – insbesondere in Hochtechnologie, Raumfahrt, Forschung und Wissenschaft.

Gerade diese Bereiche entscheiden darüber, ob Europa künftig nur reagiert oder strategisch handelt.


In diesem Spannungsfeld gewinnt die Astrobiologie eine neue, politische Dimension. Als klassische Grundlagenforschung zielt sie auf die Beantwortung einer der fundamentalsten Fragen der Menschheit: Wie entsteht Leben, und ist es im Universum einzigartig?

Doch jenseits dieser philosophischen Ebene ist Astrobiologie ein strategischer Wissensraum. Forschung zur Habitabilität, zu Biosignaturen, zur planetaren Evolution und zu extremen Lebensformen schafft die theoretische Basis für:

  • neue Sensortechnologien
  • autonome Systeme
  • Planetenschutz
  • Umwelt- und Klimamodelle

Wer hier führend ist, bestimmt nicht nur wissenschaftliche Standards, sondern technologische Pfade. Wissensgewinn wird zum Machtfaktor.


Die ExoMars-Mission mit dem Rosalind Franklin Rover steht exemplarisch für diese Ambivalenz. Der Rover ist darauf ausgelegt, bis zu zwei Meter tief unter die Marsoberfläche zu bohren – tiefer als jede andere Mission zuvor – und dort gezielt nach Biosignaturen zu suchen. Wissenschaftlich ist er eines der ambitioniertesten Instrumente, das Europa je gebaut hat.

Nachdem die USA 2012 aus Budgetgründen aus der Mission ausgestiegen waren, wurde Russland (Roskosmos) Hauptpartner. Russland sollte die Landeplattform Kasatschok sowie die Trägerrakete (Proton) liefern.

Der russische Angriff auf die Ukraine markierte 2022 einen tiefen Einschnitt in der europäischen Raumfahrtkooperation. In der Folge stoppte die ESA im März 2022 die Zusammenarbeit. Für die europäische Wissenschaft war dies ein Schock: Der Rover war fertiggestellt, die Mission praktisch startbereit – und plötzlich blockiert.

Um ExoMars zu retten, sprang die NASA ein. 2024 unterzeichneten ESA und NASA ein Abkommen, nach dem die USA nun:

  • die Brems- und Landetriebwerke
  • die Trägerrakete
  • Radioisotop-Heizelemente

bereitstellen. Der neue Starttermin ist derzeit für 2028 vorgesehen.


Angesichts der transatlantischen Spannungen Anfang 2026 erhält diese Partnerschaft eine neue, brisante Dimension.

Die prestigeträchtigste europäische Astrobiologie-Mission ist nun erneut massiv von einem externen Akteur abhängig. Sollte sich der Handelskonflikt weiter verschärfen, könnten wissenschaftliche Kooperationen zunehmend unter politischen Vorbehalt geraten oder als Druckmittel instrumentalisiert werden.

Experten fordern zunehmend, dass Europa eigene Landetechnologien, Trägersysteme und nukleare Heizelemente entwickelt. Die Erfahrungen seit 2022 zeigen schmerzhaft, wie schnell Europa sonst zwischen Großmächten zerrieben wird – zunächst zwischen Russland und dem Westen, nun potenziell zwischen den USA und der Europäischen Union.

Grundlagenforschung soll der gesamten Menschheit dienen. Spätestens seit 2022 und mit wachsender Deutlichkeit im Jahr 2026 wird jedoch sichtbar: Hochtechnologie ist untrennbar mit Handels-, Sicherheits- und Machtpolitik verknüpft. Wissenschaft kann Brücke sein – oder Geisel geopolitischer Interessen.


Vor diesem Hintergrund gewinnt das Konzept einer ExoMars Orbital Astrobiology Mission (EOAM) strategisch erheblich an Bedeutung. EOAM ist nicht als Ersatz für den Rosalind-Franklin-Rover konzipiert, sondern als komplementäre Weiterentwicklung der europäischen Mars-Astrobiologie.

Während der Rover punktuell nach Biosignaturen im geschützten Untergrund sucht, adressiert EOAM eine übergeordnete, systemische Fragestellung: Wie repräsentativ sind lokale astrobiologische Befunde im regionalen und planetaren Kontext?

EOAM verlagert den Fokus von der punktuellen Lebenssuche hin zur Einordnung, Skalierung und Falsifizierbarkeit astrobiologischer Ergebnisse. Untersucht werden nicht einzelne Proben, sondern Prozesse, Habitabilitätsbedingungen und Erhaltungsräume potenzieller Biosignaturen auf regionaler bis planetarer Ebene.

Zentral ist dabei die instrumentelle Logik orbitaler Pendants zu den Rover-Systemen: Orbitalradar, Neutronendetektoren, hyperspektrale Bildgebung sowie Gas- und Staubanalytik ermöglichen es, geologische Strukturen, Wasserstoffverteilungen, Redox-Grenzen und saisonale Zyklen großflächig zu erfassen. EOAM kontextualisiert damit die In-situ-Daten des Rovers, ohne diese zu ersetzen.

Darüber hinaus besitzt EOAM eine klare resilienzpolitische Funktion. Rover-Missionen sind inhärent risikobehaftet – durch Startfenster, Landung und begrenzte Mobilität. Ein orbitales Astrobiologie-Element sichert die wissenschaftlichen Kernziele des ExoMars-Programms auch bei Verzögerungen oder Ausfällen ab und gewährleistet langfristige Kontinuität.

Im Unterschied zum Trace Gas Orbiter, der primär atmosphärische Prozesse untersucht, ist EOAM als astrobiologische Kontextmission angelegt. Sie liefert die planetare Einbettung, die notwendig ist, um organische Signale, Wasserindikatoren oder geochemische Gradienten wissenschaftlich belastbar zu interpretieren.

EOAM steht damit für einen strategischen Perspektivwechsel:
vom einzelnen Bohrkern hin zum planetaren Gesamtbild – als Ausdruck europäischer wissenschaftlicher Souveränität und langfristiger Führungsfähigkeit in der Astrobiologie.


Die Drohungen aus Washington, von europäischen Handelsexperten als „politische Erpressung“ bewertet, untergraben das Grundvertrauen in die transatlantischen Beziehungen. Während auf diplomatischer Ebene Vermittlungsversuche laufen, bereiten einzelne EU-Mitgliedstaaten den Einsatz des Anti-Coercion Instruments – der sogenannten „Handels-Bazooka“ – vor.

Diese Eskalation macht deutlich:
Resilienz ist keine Option mehr, sondern Voraussetzung.

Eine starke Raumfahrtindustrie und unabhängig finanzierte Forschung sind essenziell, um wirtschaftlichem und politischem Zwang zu widerstehen. Wenn internationaler Zugang zu Technologie, Daten oder Kooperationen eingeschränkt wird, sichert nur eine eigene wissenschaftliche Basis die Handlungsfähigkeit Europas.


Der Rosalind-Franklin-Rover ist heute weit mehr als ein wissenschaftliches Instrument zur Suche nach Leben auf dem Mars. Er ist ein Symbol europäischer Resilienz – und ihrer Verwundbarkeit zugleich.

Europa steht Mitte der 2020er Jahre vor einem Spagat:
Einerseits muss die Zusammenarbeit mit internationalen Partnern politisch stabilisiert werden. Andererseits muss die EU mit Instrumenten wie der „Handels-Bazooka“ ihre wirtschaftliche und technologische Souveränität verteidigen.

Langfristig führt kein Weg an kontinuierlichen Investitionen in Grundlagenforschung, eigene Raumfahrttechnologien und strategische Missionen wie EOAM vorbei. Nur so kann Europa gegenüber globalen Machtansprüchen und geopolitischen Umbrüchen bestehen – und seine zivilen Werte von Respekt, Kooperation und wissenschaftlicher Offenheit in die Zukunft tragen.

Strafzölle wegen Grönland: Donald Trump erpresst Europa – das ist keine Außenpolitik

Strafzölle wegen Grönland: Donald Trump erpresst Europa – das ist keine Außenpolitik

Die Ankündigung von US-Präsident Donald Trump, Strafzölle gegen mehrere europäische Länder zu verhängen, ist weder überraschend noch beeindruckend. Sie ist vor allem eines: absolut vorhersehbar. Was hier präsentiert wird, ist keine neue Eskalation, sondern kalte Routine. Strafzölle als Druckmittel, Drohungen als Verhandlungsersatz, wirtschaftliche Macht statt politischer Argumente. Wer darin noch eine raffinierte Strategie erkennt, verkennt das Muster.

Dass gleich acht europäische Staaten von den angekündigten US-Strafzöllen betroffen sind, ist kein Zufall. Es ist eine bewusste Strategie: spalten, isolieren, gegeneinander ausspielen. Betroffen sind Deutschland, Dänemark, Frankreich, Großbritannien, die Niederlande, Norwegen, Schweden und Finnland. Genau darin liegt der Kern des Problems – und der eigentliche Test für Europa.

Grönland ist kein Immobilienangebot, kein Rohstofflager und kein geopolitisches Schnäppchen. Es ist ein autonomes Gebiet mit eigener Bevölkerung, eigenen Rechten und einer klaren völkerrechtlichen Stellung. Die Vorstellung, man könne territoriale Fragen durch Zolldrohungen „lösen“, ist nicht nur respektlos – sie untergräbt fundamentale Prinzipien der internationalen Ordnung.

Wer heute wirtschaftlichen Druck einsetzt, um territoriale Forderungen durchzusetzen, schafft einen gefährlichen Präzedenzfall. Was heute Grönland ist, kann morgen jedes andere politische Thema sein.

Strafzölle werden hier nicht aus handelspolitischen Gründen eingesetzt, sondern als politische Waffe. Ziel ist nicht ein fairer Ausgleich, sondern Unterwerfung. Dass mehrere Länder gleichzeitig ins Visier genommen werden, dient genau einem Zweck: europäische Geschlossenheit zu schwächen.

Diese Methode ist alt, laut und grob – aber sie funktioniert nur, wenn man sich darauf einlässt.

Entscheidend ist deshalb: Es geht nicht um einzelne Länder, sondern um die Europäische Union als politischen Akteur. Handelspolitik ist EU-Kompetenz. Wer Zölle gegen Deutschland, Dänemark oder Finnland verhängt, greift faktisch Brüssel an.

Hier entscheidet sich, ob Europa mehr ist als ein Wirtschaftsraum. Geschlossenheit ist keine Option, sondern Voraussetzung, um dieser Form von Druck standzuhalten.

Transatlantische Partnerschaft lebt von gegenseitigem Respekt. Wer Zölle als Waffe benutzt, verabschiedet sich von dieser Idee. Die USA verlieren damit nicht nur Vertrauen, sondern auch politische Glaubwürdigkeit – besonders gegenüber jenen, die sie sonst gern zur „regelbasierten internationalen Ordnung“ ermahnen.

Partnerschaft auf Augenhöhe sieht anders aus. Drohpolitik ersetzt keine Diplomatie.

Ein Nachgeben – offen oder stillschweigend – hätte Folgen weit über diesen Konflikt hinaus. Es würde signalisieren, dass wirtschaftlicher Druck genügt, um politische Grundsätze auszuhöhlen. Das wäre nicht Pragmatismus, sondern ein struktureller Fehler.

Europa sollte ruhig reagieren, aber hart in der Sache. Keine Deals unter Druck, keine Einzelwege, keine Nervosität. Der Binnenmarkt ist stark, die Abhängigkeiten sind gegenseitig, die Verhandlungsposition ist besser, als oft behauptet wird.

Dieser Konflikt handelt nicht von Zöllen. Er handelt von der Frage, ob territoriale Integrität, Selbstbestimmung und internationales Recht verhandelbar werden, sobald genug wirtschaftlicher Druck aufgebaut wird.

Europa sollte darauf eine klare Antwort geben.
Nicht laut. Nicht emotional. Aber eindeutig.

Erpressung darf sich nicht lohnen.

ExoMars Orbital Astrobiology Mission (EOAM): Vom Bohrkern zum Planetenbild

Mit dem faktischen Ende des NASA-Programms zur Rückführung von Marsproben ist auch die ESA betroffen: Das ursprünglich geplante Transportfahrzeug für Marsproben steht vor einer Neuausrichtung. Daraus ergibt sich jedoch eine strategische Gelegenheit: Eine bislang fehlende Säule der europäischen Marsforschung gezielt zu stärken – Astrobiologie auf System- und Prozessebene.

Meine Idee, die ExoMars Orbital Astrobiology Mission (EOAM), versteht sich ausdrücklich nicht als Ersatz für Rosalind Franklin, sondern als Weiterentwicklung der europäischen Mars-Astrobiologie. Sie ergänzt die In-situ-Untersuchungen des Rosalind-Franklin-Rovers, indem sie astrobiologische Prozesse, Habitabilität und Erhaltungsbedingungen möglicher Biosignaturen im regionalen und planetaren Kontext analysiert. EOAM fokussiert sich nicht auf direkte Lebensdetektion, sondern auf die Einordnung, Skalierung und Falsifizierbarkeit astrobiologischer Befunde. Damit stärkt die Mission die wissenschaftliche Belastbarkeit und Kontinuität des ExoMars-Programms.


Der Rosalind-Franklin-Rover (RFR) ist Europas erste explizit auf Astrobiologie ausgerichtete Marsmission. Seine Kernfragen sind:

  • Suche nach potenziellen Biosignaturen
  • Zugang zu geschützten Untergrundumgebungen (2-m-Bohrung)
  • Interpretation organischer Chemie im geologischen Kontext

Er fragt:

„Gibt es an diesem konkreten Ort Hinweise auf vergangene biologische Prozesse?“

Diese Herangehensweise ist notwendig – sie bleibt jedoch punktuell.


EOAM stellt bewusst eine ergänzende Frage:

„Wie repräsentativ ist dieser Ort – räumlich, zeitlich und planetarisch?“

Die Mission skaliert Astrobiologie auf Systemebene, ohne die Rover-Mission zu ersetzen. Sie ermöglicht:

  • Absicherung der Interpretierbarkeit von In-situ-Ergebnissen
  • Einordnung von Befunden im geologischen und planetaren Kontext
  • Falsifizierbarkeit wissenschaftlicher Hypothesen

Diese Perspektive schafft wissenschaftliche Komplementarität, keine Redundanz.


Fast jede Fähigkeit des Rovers besitzt ein methodisches oder physikalisches orbitales Analogon:

Rosalind FranklinOrbitales PendantWissenschaftliche Beziehung
MOMA (Organik, MS)Gas- & Staub-MassenspektrometrieGleiche Chemie, anderer Aggregatzustand
WISDOM RadarMehrfrequenz-OrbitalradarGleiche Physik, andere Skala
2-m-BohrungRadar + Thermik + NeutronenProbabilistische Tiefe statt direkter Probe
PanCam / CLUPIHochauflösende KontextkameraStruktur- und Faziesvergleich
ADRONOrbitaler NeutronendetektorWasserstoff lokal vs. global
Geochemischer KontextHyperspektralkameraMilieu-Charakterisierung

EOAM kontextualisiert die Ergebnisse des Rovers – es ersetzt keine In-situ-Analysen.


Rover-Missionen sind risikobehaftet:

  • Start- und Zeitplanverzögerungen
  • kritische Landung
  • begrenzte Mobilität
  • einzelner Untersuchungsort

EOAM kann keine In-situ-Messungen ersetzen, aber:

  • astrobiologische Zielsetzungen sichern
  • wissenschaftliche Kontinuität gewährleisten
  • Europas Führungsrolle stärken

Sollte der Rover scheitern, hätte Europa die Astrobiologie nicht verloren – ein Ausdruck strategischer Resilienz, kein Eingeständnis von Unsicherheit.


Astrobiologische Befunde sind oft mehrdeutig:

  • Organische Moleküle: biologisch oder meteoritisch?
  • Redox-Grenzen: lokal oder global?
  • Wasser: episodisch oder dauerhaft?

EOAM liefert:

  • saisonale und interannuelle Zyklen
  • geologische Einbettung
  • systematische Prüfung falscher Positivbefunde

Damit werden In-situ-Daten wissenschaftlich „lesbar“.


Historisch adressiert die ESA zentrale Fragestellungen oft durch komplementäre Missionspaare:

  • Mars Express ↔ Beagle 2
  • Trace Gas Orbiter ↔ Rosalind Franklin
  • JUICE ↔ Europa Clipper

Ein orbitaler Astrobiologie-Nachfolger fügt sich nahtlos in diese Logik ein.


Meine Idee, die ExoMars Orbital Astrobiology Mission (EOAM), ist ein orbitales Konzept zur Weiterentwicklung der europäischen Mars-Astrobiologie. Die Mission ergänzt den Rosalind-Franklin-Rover durch großskalige Analysen von Prozessen, Habitabilität und Erhaltungsbedingungen potenzieller Biosignaturen auf regionaler und planetarer Ebene. EOAM konzentriert sich nicht auf direkte Lebensdetektion, sondern auf die Einordnung, Skalierung und Falsifizierbarkeit von Befunden. Damit sichert EOAM die wissenschaftliche Belastbarkeit, Kontinuität und die langfristige europäische Führungsrolle im ExoMars-Programm.


EOAM unterscheidet sich klar vom Trace Gas Orbiter (TGO):

  • TGO ist primär atmosphärisch: Sie kartiert Spurengase wie Methan, Kohlendioxid oder Wasserdampf und untersucht globale atmosphärische Prozesse.
  • EOAM ist eine astrobiologische Kontextmission: Sie untersucht Habitabilität, geologische Einbettung und die Erhaltungsbedingungen potenzieller Biosignaturen – auf regionaler bis planetarer Skala, nicht primär atmosphärisch.

In Kurzform: TGO liefert chemische Inventare und atmosphärische Prozesse, EOAM liefert prozess- und kontextbasierte Einordnung von In-situ-Befunden, wodurch die Ergebnisse des Rosalind-Franklin-Rovers belastbar interpretiert werden können.


EOAM ist kein fertiges Missionsdesign, sondern ein konzeptioneller Rahmen, der:

  • Wissenschaftler:innen in Europa die Möglichkeit gibt, Hypothesen zu entwickeln,
  • Ingenieur:innen Raum für neue Lösungen lässt,
  • die europäische Industrie einbindet, um Technologien und Missionselemente zu entwickeln und zu erproben, und
  • bestehende ESA-Strukturen programmatisch unterstützt.

EOAM macht Mars-Astrobiologie nicht spektakulärer –
aber wissenschaftlich belastbarer.


Die ExoMars Orbital Astrobiology Mission (EOAM) ist ein am 13. Januar 2026 von Christian Dauck vorgestelltes Konzept für eine orbitale Marsmission. Sie soll die europäische Marsforschung durch eine systemische Perspektive ergänzen.

Kernkonzept der EOAM

  • Ergänzung statt Ersatz: Die Mission ist kein Ersatz für den Rosalind-Franklin-Rover, sondern erweitert dessen punktuelle In-situ-Daten um einen regionalen und planetaren Kontext.
  • Fokus: Untersuchung von Habitabilität, geochemischen Prozessen und Erhaltungsbedingungen für Biosignaturen, um die Interpretierbarkeit und Falsifizierbarkeit von Rover-Befunden zu sichern.
  • Wissenschaftliche Skalierung: Während der Rover direkt nach Lebensspuren im Boden bohrt, analysiert EOAM die Repräsentativität dieser Funde auf Systemebene.

Technologische und Strategische Logik

  • Instrumentelle Analoga: EOAM nutzt orbitale Pendants zu den Rover-Instrumenten (z. B. Massenspektrometrie für Gas/Staub statt fester Proben, Orbitalradar statt WISDOM).
  • Resilienz: Der Orbiter dient als strategische Absicherung der astrobiologischen Ziele der ESA, falls die Rover-Mission verzögert wird oder Risiken bei der Landung auftreten.
  • Abgrenzung zum TGO: Im Gegensatz zum primär atmosphärisch ausgerichteten Trace Gas Orbiter (TGO) konzentriert sich EOAM auf den geologischen und astrobiologischen Kontext der Marsoberfläche und des nahen Untergrunds.

Das Konzept versteht sich als diskursiver Rahmen, um die wissenschaftliche Belastbarkeit der europäischen Astrobiologie innerhalb der ESA-Strukturen langfristig zu festigen.


ExoMars Orbital Astrobiology Mission (EOAM): From Drill Core to Planetary Context

With the effective termination of NASA’s Mars Sample Return programme, ESA has also been directly affected. The spacecraft originally foreseen to transport Mars samples from Mars orbit back to Earth now faces a fundamental redefinition. This situation, however, opens a strategic opportunity: to deliberately strengthen a currently underrepresented pillar of European Mars research — astrobiology at the system and process level.

My concept, the ExoMars Orbital Astrobiology Mission (EOAM), is explicitly not intended as a replacement for the Rosalind Franklin rover, but as a next evolutionary step in European Mars astrobiology. EOAM complements the in-situ investigations of the Rosalind Franklin Rover by analysing astrobiological processes, habitability, and the preservation conditions of potential biosignatures within a regional to planetary context. The mission does not aim at direct life detection; instead, it focuses on contextualisation, scaling, and falsifiability of astrobiological findings. In doing so, EOAM strengthens the scientific robustness and continuity of the ExoMars programme.


The Rosalind Franklin Rover (RFR) represents Europe’s first Mars mission explicitly dedicated to astrobiology. Its core objectives include:

  • the search for potential biosignatures,
  • access to protected subsurface environments through a 2-metre drill,
  • interpretation of organic chemistry within its geological context.

Fundamentally, the rover asks:

“Are there indications of past biological processes at this specific location?”

This approach is essential — but intrinsically local and point-based.


EOAM deliberately addresses a different, complementary question:

“How representative is this location — spatially, temporally, and on a planetary scale?”

The mission scales astrobiology to the system level without replacing rover-based investigations. It enables:

  • validation of the interpretability of in-situ results,
  • geological and planetary contextualisation of findings,
  • falsifiability of scientific hypotheses.

This perspective establishes scientific complementarity rather than redundancy.


Nearly every capability of the rover has a methodological or physical orbital analogue:

Rosalind FranklinOrbital CounterpartScientific Relationship
MOMA (organic MS)Gas & dust mass spectrometrySame chemistry, different physical state
WISDOM radarMulti-frequency orbital radarSame physics, different scale
2-m drillRadar + thermal + neutron sensingProbabilistic depth instead of direct sampling
PanCam / CLUPIHigh-resolution context imagerStructural and facies comparison
ADRONOrbital neutron detectorLocal vs global hydrogen distribution
Geochemical contextHyperspectral imagerEnvironmental characterisation

EOAM contextualises rover results — it does not replace in-situ analyses.


Rover missions inherently involve significant risks:

  • launch and schedule delays,
  • critical landing phases,
  • limited mobility,
  • investigation of a single site.

EOAM cannot replace in-situ measurements, but it can:

  • safeguard astrobiological objectives,
  • ensure scientific continuity,
  • strengthen Europe’s leadership role.

Should the rover mission fail, Europe would not lose its astrobiological capability — this represents strategic resilience, not uncertainty.


Astrobiological findings are often ambiguous:

  • organic molecules — biological or meteoritic?
  • redox boundaries — local or global?
  • water — episodic or persistent?

EOAM provides:

  • seasonal and interannual variability,
  • geological embedding,
  • systematic testing of false positives.

This renders in-situ data scientifically interpretable and robust.


Historically, ESA has addressed key scientific questions through paired, complementary missions:

  • Mars Express ↔ Beagle 2
  • Trace Gas Orbiter ↔ Rosalind Franklin
  • JUICE ↔ Europa Clipper

An orbital astrobiology successor fits seamlessly into this logic.


The ExoMars Orbital Astrobiology Mission (EOAM) is an orbital concept aimed at advancing European Mars astrobiology. The mission complements the Rosalind Franklin Rover by analysing processes, habitability, and preservation conditions of potential biosignatures at regional and planetary scales. EOAM does not focus on direct life detection, but on contextualisation, scaling, and falsifiability of findings. In doing so, EOAM secures the scientific robustness, continuity, and long-term European leadership of the ExoMars programme.


EOAM is clearly distinct from the Trace Gas Orbiter:

  • TGO is primarily atmospheric, mapping trace gases such as methane, carbon dioxide, and water vapour and studying global atmospheric processes.
  • EOAM is an astrobiological context mission, focusing on habitability, geological embedding, and preservation conditions of potential biosignatures from regional to planetary scales.

In short: TGO delivers atmospheric inventories and processes; EOAM delivers process- and context-based interpretation of in-situ astrobiological findings, enabling scientifically robust conclusions from rover data.


EOAM is not a finished mission design, but a conceptual framework that:

  • enables European scientists to develop hypotheses,
  • provides engineers with space for innovative solutions,
  • engages European industry in technology and mission element development,
  • supports existing ESA programme structures.

EOAM does not make Mars astrobiology more spectacular —
it makes it more scientifically resilient.


The ExoMars Orbital Astrobiology Mission (EOAM) is a concept presented on 13 January 2026 by Christian Dauck. It aims to strengthen European Mars research through a system-level perspective.

  • Complement, not replacement: EOAM augments Rosalind Franklin’s point-based in-situ data with regional and planetary context.
  • Focus: Habitability, geochemical processes, and preservation conditions of biosignatures, ensuring interpretability and falsifiability.
  • Scientific scaling: While the rover drills for direct evidence, EOAM evaluates representativeness at the planetary system level.
  • Instrument analogues: Orbital counterparts to rover instruments (e.g. gas/particle MS, orbital radar).
  • Resilience: Strategic safeguarding of ESA’s astrobiological objectives against rover-related risks.
  • Clear distinction from TGO: EOAM focuses on surface and subsurface astrobiological context rather than atmospheric chemistry.

EOAM is conceived as a discursive and strategic framework to consolidate the long-term scientific credibility and leadership of European astrobiology within ESA structures.

Erfolgreicher Start von Pandora: Neues NASA-Teleskop bereitet ein Jahr intensiver Exoplanetenforschung vor

Mit dem erfolgreichen Start des NASA-Satelliten Pandora beginnt ein neues Kapitel in der Erforschung von Exoplanetenatmosphären. Nach dem Eintritt in die niedrige Erdumlaufbahn wird die Mission zunächst einen Monat lang umfassend getestet, bevor sie ihre einjährige Hauptmission aufnimmt. Sämtliche wissenschaftlichen Daten werden öffentlich zugänglich sein – ein zentraler Baustein der Mission und des Astrophysics-Pioneers-Programms der NASA.

Pandora wurde speziell dafür entwickelt, eines der größten Probleme der Exoplanetenforschung zu lösen: die eindeutige Trennung zwischen Signalen aus planetaren Atmosphären und störenden Effekten der Zentralsterne.

Pandora beobachtet Exoplaneten während sogenannter Transits – Momente, in denen ein Planet aus unserer Perspektive vor seinem Stern vorbeizieht. Ein kleiner Teil des Sternenlichts durchdringt dabei die Atmosphäre des Planeten. Auf diesem Weg interagiert das Licht mit Molekülen wie Wasser oder Sauerstoff, die charakteristische Wellenlängen absorbieren und so ihre chemischen Fingerabdrücke hinterlassen.

Doch genau hier liegt die Schwierigkeit: Sterne sind keine gleichmäßig leuchtenden Kugeln. Ihre Oberflächen weisen helle und dunkle Regionen auf, die sich verändern und sogar dieselben chemischen Substanzen enthalten können, nach denen Astronomen in den Atmosphären der Planeten suchen – etwa Wasserdampf. Diese Effekte können planetare Signale abschwächen, verstärken oder sogar verfälschen.

Pandora begegnet diesem Problem mit einem neuartigen Beobachtungskonzept. Im ersten Missionsjahr wird der Satellit mindestens 20 Exoplaneten und ihre Zentralsterne intensiv untersuchen. Jedes System wird zehnmal über jeweils 24 Stunden beobachtet – sowohl vor als auch während eines Transits.

Diese langen, wiederholten Beobachtungen erlauben es, die zeitlich veränderlichen Eigenschaften der Sternoberflächen präzise zu erfassen und ihren Einfluss auf die Messungen zu korrigieren. Viele der untersuchten Welten stammen aus dem umfangreichen Katalog von über 6.000 Exoplaneten, die unter anderem durch NASAs Mission TESS entdeckt wurden.

Pandora sammelt Daten im sichtbaren und nahinfraroten Wellenlängenbereich. Herzstück der Mission ist ein 45 Zentimeter großes Teleskop, vollständig aus Aluminium gefertigt und gemeinsam vom Lawrence Livermore National Laboratory und Corning Incorporated entwickelt.

Besonders bemerkenswert: Der Nahinfrarotdetektor von Pandora ist ein Ersatzbauteil, das ursprünglich für das James-Webb-Weltraumteleskop konzipiert wurde. Durch die gleichzeitige Messung in mehreren Wellenlängenbereichen lassen sich Stern- und Planetensignale deutlich zuverlässiger voneinander trennen.

„Solche intensiven Untersuchungen einzelner Systeme sind bei großen Missionen wie Webb nur schwer zu terminieren“, erklärt Jordan Karburn, stellvertretender Projektleiter von Pandora. „Die langen Beobachtungszeiten mit beiden Detektoren sind entscheidend, um die tatsächlichen Ursprünge der chemischen Signale zu identifizieren – insbesondere jener, die als Hinweise auf potenzielle Bewohnbarkeit gelten.“

Pandora ist der erste gestartete Satellit im Rahmen des Astrophysics Pioneers-Programms der NASA. Ziel dieses Programms ist es, innovative astrophysikalische Experimente kosteneffizient umzusetzen und gleichzeitig junge Führungskräfte in der Weltraumwissenschaft auszubilden.

Nach Abschluss der einmonatigen Inbetriebnahmephase beginnt die einjährige Hauptmission. Alle gewonnenen Daten werden ohne Einschränkungen der wissenschaftlichen Gemeinschaft zur Verfügung gestellt.

„Pandora markiert ein neues, wegweisendes Kapitel in der Exoplanetenforschung“, sagt Daniel Apai, Professor an der Universität von Arizona und Leiter des Missionszentrums. „Es ist das erste Weltraumteleskop, das gezielt dafür entwickelt wurde, Sternenlicht zu analysieren, das durch Exoplanetenatmosphären gefiltert wurde.“

Die Ergebnisse von Pandora werden nicht nur neue Erkenntnisse liefern, sondern auch helfen, Daten früherer und aktueller Missionen wie Kepler, TESS und James Webb besser zu interpretieren – und künftige Projekte bei der Suche nach potenziell bewohnbaren Welten gezielt zu steuern.

Pandora wird vom NASA Goddard Space Flight Center geleitet. Livermore übernimmt das Projektmanagement und die technische Planung der Mission. Das Pandora-Teleskop wurde von Corning gefertigt und in Zusammenarbeit mit Livermore entwickelt. Livermore entwickelte außerdem die Bilddetektorbaugruppen, die Steuerungselektronik der Mission sowie alle zugehörigen thermischen und mechanischen Subsysteme.

Der Nahinfrarotsensor wurde vom NASA Goddard Space Flight Center bereitgestellt. Blue Canyon Technologies lieferte die Satellitenplattform und führte die Montage, Integration und Umwelttests des Raumfahrzeugs durch. Das Ames Research Center der NASA im Silicon Valley in Kalifornien übernimmt die Datenverarbeitung. Das Missionskontrollzentrum von Pandora befindet sich an der University of Arizona, und zahlreiche weitere Universitäten unterstützen das Wissenschaftsteam.

Quelle: https://astrobiology.com/2026/01/launch-of-pandora-satellite-and-cubesats-to-explore-exoplanets.html

Ukraine-Gespräche in Paris: Europa übernimmt Verantwortung – Deutschland signalisiert Bereitschaft

Die Sicherheitsgarantien für die Ukraine werden zunehmend konkreter. Neben politischen und rechtlichen Zusagen rückt nun auch ein mögliches militärisches Engagement der europäischen Partner in den Fokus – und erstmals signalisiert auch Deutschland offen seine Bereitschaft zur Mitwirkung.

Bundeskanzler Friedrich Merz stellte nach dem Treffen der Verbündeten der Ukraine in Paris klar, dass Deutschland bereit sei, sich an der militärischen Absicherung eines möglichen Waffenstillstands zu beteiligen. Dabei nannte er als wahrscheinliches Szenario zunächst die Stationierung von Kräften in benachbarten NATO-Staaten. Zugleich betonte er jedoch ausdrücklich:

„Wir schließen dabei grundsätzlich nichts aus.“

Damit stellt erstmals ein deutscher Bundeskanzler eine militärische Beteiligung Deutschlands an der Absicherung eines möglichen Waffenstillstands in der Ukraine ausdrücklich in Aussicht – auch eine Stationierung von Bundeswehrsoldaten auf ukrainischem Gebiet wird damit nicht ausgeschlossen. Dies markiert einen spürbaren Kurswechsel gegenüber der bisherigen deutschen Zurückhaltung. Bislang hatte Berlin betont, dass über Sicherheitsgarantien erst gesprochen werden könne, wenn die Bedingungen eines Waffenstillstands konkret vorlägen.

Merz signalisiert nun politische Offenheit, verbindet diese jedoch mit klaren Voraussetzungen.

Der Kanzler machte deutlich, dass jede deutsche Beteiligung parlamentarisch legitimiert werden müsse. Über Art und Umfang eines möglichen Einsatzes würden Bundesregierung und Deutscher Bundestag entscheiden, sobald die Rahmenbedingungen geklärt seien. Wie viele deutsche Soldaten sich beteiligen und welche Aufgaben sie übernehmen würden, bleibt vorerst offen.

Denkbar seien verschiedene Szenarien: von der Bereitstellung von Kräften auf benachbartem NATO-Gebiet bis hin zu Einsätzen innerhalb der Ukraine im Rahmen einer Friedenssicherung. Merz betonte zugleich, dass Deutschland sich weiterhin politisch, finanziell und „eben auch militärisch“ einbringen werde.

Formulierte aber auch eine eine klare Erwartung an Kiew. Die Ukraine müsse sicherstellen, dass wehrfähige junge Männer ihren Dienst im eigenen Land leisten und nicht in andere europäische Staaten ausweichen. Diese Aussage verknüpft sicherheitspolitische Solidarität mit innenpolitisch sensiblen Fragen von Migration, Wehrpflicht und Lastenteilung.

Auf die Frage, ob eine Stationierung deutscher Soldaten außerhalb der Ukraine ausreichend sei, sagte Merz: „Es kann auch richtig sein, beides zu tun, sowohl Truppen in der Ukraine zu stationieren – das sind vor allen Dingen die Truppen der Ukraine, die gestärkt werden müssen, die unterstützt werden müssen -, aber dann eben auch in benachbarten Staaten zur Ukraine weitere Truppen zu stationieren, die für den Fall einer erneuten russischen Aggression eingesetzt werden können.“

Die westlichen Unterstützer stellten der Ukraine in einer gemeinsamen Erklärung verbindliche Sicherheitsgarantien in Aussicht. Ein zentrales Element ist die politische und rechtliche Zusicherung, die Ukraine im Falle eines erneuten russischen Angriffs nicht allein zu lassen. Diese Verpflichtungen sollen an Artikel 5 des NATO-Vertrags erinnern und können ausdrücklich auch den Einsatz militärischer Kapazitäten umfassen.

Auch die USA sagten der sogenannten Koalition der Willigen ihre Unterstützung zu und sollen bei der Überwachung eines Friedensabkommens eine Schlüsselrolle übernehmen. Vorgesehen ist unter anderem die Überwachung der rund 1.200 Kilometer langen Kontaktlinie mithilfe unbemannter Hightech-Systeme.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sprach von mehr als bloßen Absichtserklärungen: Die gemeinsame Erklärung aller Koalitionsländer sowie eine trilaterale Vereinbarung zwischen Frankreich, Großbritannien und der Ukraine belegten die Entschlossenheit, „echte Sicherheit“ zu schaffen.

Während Deutschland lange abgewartet hatte, treiben Großbritannien und Frankreich die Planungen seit Monaten voran. Beide Länder unterzeichneten eine Absichtserklärung, die den rechtlichen Rahmen für einen militärischen Einsatz nach einem Waffenstillstand vorbereiten soll.

Geplant ist eine multinationale Truppe unter europäischer Führung mit einer Kommandozentrale in Paris. Ziel ist es, den ukrainischen Luft- und Seeraum zu sichern, militärische Infrastruktur zu schützen und die ukrainischen Streitkräfte für die Zeit nach dem Krieg wiederaufzubauen. Ein Fronteinsatz ist ausdrücklich nicht vorgesehen – es geht um Friedenssicherung „aus der Tiefe des Raumes“.

Frankreich signalisierte die Bereitschaft, mehrere tausend Soldaten zu entsenden. Auch Spaniens Regierungschef Pedro Sánchez stellte erstmals das Entsenden von Truppen in Aussicht.

Um eine Friedenslösung absichern zu können, brauche es „starke, rechtlich bindende Sicherheitsgarantien von uns allen, auch der USA“, sagte Kanzler Merz. Auch müsse ein Waffenstillstand mit der russischen Seite so gestaltet sein, dass die sogenannte Koalition der Willigen tätig werden könne. US-Unterhändler Steve Witkoff sagte, die USA stünden „fest hinter“ den Sicherheitsgarantien.

Die Vereinigten Staaten wollen die Koalition insbesondere mit Nachrichtendiensten, Logistik und Überwachung unterstützen. Die operative Führung soll jedoch bewusst europäisch bleiben. US-Sondergesandter Steve Witkoff sprach von „weitgehend abgeschlossenen“ Sicherheitsplänen.

Diese Arbeitsteilung verweist auf einen strategischen Wandel: Europa übernimmt mehr Verantwortung für die eigene Sicherheit, während Washington unterstützend agiert.

Viele der Überlegungen knüpfen an bestehende Einsätze an. Die Bundeswehr ist bereits an der NATO-Ostflanke präsent – unter anderem in Litauen, Polen und Rumänien. In Polen sichern deutsche Patriot-Systeme den strategisch wichtigen Flughafen Rzeszów, über den ein Großteil der militärischen Ukraine-Hilfe abgewickelt wird. Eurofighter sind ebenfalls in Polen und Rumänien stationiert.

Diese Standorte gelten als mögliche Einsatzorte zur Friedensabsicherung, da sie unmittelbar an die Ukraine angrenzen, ohne zwingend auf ukrainischem Territorium zu liegen.

Moskau lehnt jede Präsenz ausländischer – insbesondere Nato-verbundener – Truppen in der Ukraine strikt ab. Aus russischer Sicht wären solche Einheiten legitime militärische Ziele. Der Kreml bezeichnet die Koalition der Willigen als europäisches Projekt und setzt weiterhin darauf, sicherheitspolitische Fragen bevorzugt bilateral mit den USA zu klären.

Gleichzeitig wirft Russland den europäischen Staaten vor, den Krieg verlängern zu wollen – ein Vorwurf, den EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen zurückweist. Sie sprach nach dem Treffen in Paris von einem „starken Zeichen der Einheit“ und einer klaren Botschaft der Unterstützung für eine sichere und stabile Zukunft der Ukraine.

Mit seinen Aussagen öffnet Friedrich Merz die Tür für eine aktivere sicherheitspolitische Rolle Deutschlands in der Nachkriegsordnung der Ukraine. Noch ist nichts entschieden, vieles bleibt bewusst offen. Doch die politische Richtung ist klar: Deutschland will nicht länger nur beobachten, sondern im Ernstfall mitgestalten – militärisch, parlamentarisch legitimiert und eingebettet in eine europäische Sicherheitsarchitektur.

Ob und wann es dazu kommt, hängt von einer entscheidenden Voraussetzung ab: einem tragfähigen Waffenstillstand. Bis dahin bleibt die Debatte ein Signal – aber eines von erheblicher strategischer Bedeutung.