Mein Praktikum im technisch-chemischen Labor geht weiter – und warum das mehr über Systeme sagt als über Abschlüsse

Mein Praktikum in einem technisch-chemischen Labor wird fortgesetzt. Für mich ist das mehr als ein Praktikum: Es ist ein Schritt in Richtung langfristiger Entwicklung.

Und dann gibt es diesen Gedanken:

Menschen mit Bachelor of Science und Bachelor of Engineering usw. – und ich am Ende des Spektrums mit meinem Hauptschulabschluss mittendrin.

Auf dem Papier wirkt das wie ein Unterschied zwischen zwei Welten. In der Praxis zählt jedoch etwas anderes: Leistungsfähigkeit, Lernbereitschaft, analytisches Denken und die Bereitschaft zur Entwicklung.

Werkstätten für behinderte Menschen werden dann problematisch, wenn sie zur dauerhaften Endstation werden – auch für Menschen mit fachlichem Entwicklungswillen und realer Integrationsperspektive.

Manchmal sehe ich sehr deutlich, wie viel Zeit durch niedrige Erwartungen, falsche Einordnungen und strukturelle Bevormundung verloren gegangen ist.

Nicht fehlendes Potenzial war das Problem. Sondern zu enge Rahmenbedingungen, in denen Menschen künstlich unter ihrem Niveau gehalten werden.

Wenn Eltern, pädagogische Strukturen oder institutionelle Systeme Alternativen nicht ernsthaft eröffnen oder Entwicklung nicht aktiv fördern, entsteht kein individuelles Versagen – sondern ein strukturelles.

Ein Förderschulabschluss ebenso wie ein Hauptschulabschluss ist keine intellektuelle Obergrenze. Aber Systeme können zu Begrenzungen werden, wenn sie Entwicklung nicht ermöglichen, sondern verwalten.